Der Tag, an dem es Bomben regnete
Das Weihnachtsfest lag erst wenige Tage zurück. Freitag, der 29. Dezember 1944 begann wie ein Wintertag, der inmitten des Krieges fast beruhigend normal wirkte. Die Sonne stand über einem leicht bewölkten Himmel, in der Nacht hatte es gefroren. Viele Menschen glaubten, das Ende des Krieges könne nicht mehr fern sein. Die Rheinbrücken bei Neuwied und Urmitz standen noch – angeschlagen, aber unversehrt. Nach dem Mittagessen wollten die Kinder wie gewohnt hinaus: spielen auf der Straße oder Schlittschuhlaufen auf dem Weiher am Weidenheim. Die Mütter ließen sie guten Gewissens ziehen. Niemand ahnte, dass sich das Leben des Dorfes in wenigen Minuten für immer verändern würde.