Aus Kettigs Vergangenheit

In diesem Bereich beleuchten wir Kettigs Vergangenheit aus vielen Blickwinkeln: überlieferte Geschichten, Erinnerungen aus dem Dorf, historische Funde, alte Gerüchte und neue Forschungsergebnisse. Du erfährst, wie sich Kettig im Laufe der Zeit entwickelt hat und welche Spuren frühere Generationen hinterlassen haben. Die Sammlung wächst stetig und lädt dich dazu ein, die Geschichte unseres Ortes immer wieder neu zu entdecken.

Der Tag, an dem es Bomben regnete

Das Weihnachtsfest lag erst wenige Tage zurück. Freitag, der 29. Dezember 1944 begann wie ein Wintertag, der inmitten des Krieges fast beruhigend normal wirkte. Die Sonne stand über einem leicht bewölkten Himmel, in der Nacht hatte es gefroren. Viele Menschen glaubten, das Ende des Krieges könne nicht mehr fern sein. Die Rheinbrücken bei Neuwied und Urmitz standen noch – angeschlagen, aber unversehrt. Nach dem Mittagessen wollten die Kinder wie gewohnt hinaus: spielen auf der Straße oder Schlittschuhlaufen auf dem Weiher am Weidenheim. Die Mütter ließen sie guten Gewissens ziehen. Niemand ahnte, dass sich das Leben des Dorfes in wenigen Minuten für immer verändern würde.

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Luftaufklärung und Angriffe 1944 im Raum Kettig, Weißenthurm und Andernach

Der Raum Kettig – Weißenthurm – Andernach – Neuwied war im Jahr 1944 ein bedeutender Abschnitt der alliierten Luftaufklärung. Obwohl die Orte selbst nicht im Zentrum großflächiger Bombardierungen standen, lagen sie strategisch zwischen mehreren militärisch wichtigen Zielen: den Rheinbrücken von Koblenz, den Bahnanlagen von Andernach und den Industriegebieten rund um Neuwied. Diese Lage machte das Gebiet zu einem Schlüsselraum für alliierte Aufklärungsmissionen, die im alliierten und deutschen Kartenwerk als Planquadrat 6514 geführt wurden.

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Schenkungsurkunde der Godilda

Im Rahmen unserer historischen Recherchen zur frühmittelalterlichen Geschichte Kettigs rückt eine bemerkenswerte Persönlichkeit erneut ins Licht: Godilda, die Gemahlin eines Herzogs Giselbert, wird bereits seit längerem mit der ersten urkundlichen Erwähnung Kettigs in Verbindung gebracht. Ihre Schenkung an das Kloster Echternach, überliefert im Liber Aureus Epternacensis, nennt Kettig als Teil ihres Besitzes – ein bedeutender Beleg für die frühe Siedlungsstruktur im Meinfelder Gau.

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Testament des Propstes Gerlach

Seit Generationen kursierten in Kettig und Umgebung Gerüchte über einen untergegangenen Ort namens Werle. Hinweise gab es viele, Beweise dagegen kaum. Erst durch die Auswertung mittelalterlicher Quellen – allen voran das Testament des Propstes Gerlacus von St. Castor aus dem Jahr 1236 – ließ sich der Name eindeutig verorten. In dieser Urkunde wird „Werle“ im gleichen Atemzug mit Kettig, Kerleghe (Kärlich) und weiteren Besitzungen des Stifts St. Castor genannt. Damit wird klar: Werle war kein Mythos, sondern ein realer Siedlungs- oder Hofname, vermutlich eine Wüstung in unmittelbarer Nähe von Kettig.

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