Flur III
Flur III umfasst die nördlichen und nordwestlichen Bereiche der Kettiger Gemarkung. Hier treffen alte Obststücke, Hanglagen und traditionelle Wege aufeinander. Die Flurnamen dieser Gegend – vom Frammerich über den Steinwetzer bis ins Burgenthal – spiegeln eine Landschaft wider, die seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt und zugleich von markanten Geländestrukturen geprägt ist.
Flur III – Blatt 1
Vorn auf dem Frammerich.
Flur III – (Blatt 1): Bedeutungen der Flurnamen
Vorn auf dem Frammerich
Dieser Name enthält zwei typische Elemente:
„Vorn“
In Flurnamen bedeutet „vorn“ fast immer:
- dorfnahe Seite,
- der dem Betrachter zugewandte Teil einer größeren Fläche.
„Frammerich“
Der Name ist typisch rheinisch und taucht in ähnlicher Form auch in anderen Gemeinden auf.
Er geht wahrscheinlich zurück auf:
- eine alte Bezeichnung für Hang- oder Hügelgelände,
- oder auf einen Personen- oder Hofnamen, der später auf die Landschaft überging.
Wahrscheinlich:
„Vorn auf dem Frammerich“ bezeichnet den vorderen, dem Dorf zugewandten Teil eines Hang- oder Hügelbereichs, der als Frammerich bekannt war.
Solche Namen markieren oft die ersten Parzellen eines größeren Geländestreifens.
Flur III – Blatt 2
Auf’m Steinwetzer.
Im Bungert.
Im Sandberg.
Vorn auf dem Frammerich.
Flur III – (Blatt 2): Bedeutungen der Flurnamen
Auf’m Steinwetzer
„Steinwetzer / Steinvetzer“ ist ein alter rheinischer Geländename.
Er verweist meist auf:
- steinigen Boden,
- felsige Stellen,
- oder eine Erhebung mit hartem Untergrund.
Wahrscheinlich:
Ein steiniger Hang- oder Ackerbereich innerhalb von Flur III, geprägt durch felsigen Untergrund oder Geröll.
Im Bungert
Ein sehr klarer Begriff:
- „Bungert“ bedeutet im Rheinland Obstgarten, meist mit Apfel-, Birn- oder Kirschbäumen.
- Oft gemeinschaftlich genutzt oder als Streuobstwiese angelegt.
Wahrscheinlich:
Ein alter Obstgarten oder eine Streuobstwiese, die über Generationen genutzt wurde.
Im Sandberg
Ein klassischer topografischer Name:
- „Sandberg“ → ein sandiger Hügel, eine leichte Erhebung mit sandigem Boden.
- Solche Böden sind trocken, warm und früher oft für bestimmte Kulturen genutzt worden.
Wahrscheinlich:
Ein sandiger Hang oder Hügel, der sich deutlich von den schwereren Böden der Umgebung abhob.
Vorn auf dem Frammerich
Dieser Name kam bereits in Blatt 1 vor, hier wiederholt er sich.
- „Vorn“ → dorfnahe Seite
- „Frammerich“ → vermutlich ein alter Hang- oder Geländename, evtl. aus einem Personen- oder Hofnamen entstanden.
Wahrscheinlich:
Der vordere, dem Dorf zugewandte Teil des Frammerich-Hangs.
Flur III – Blatt 3
Auf’m Weimerich.
Im Burgenthal.
Im Aalsbruch.
Im Bungert.
Hinter der Kirche.
Flur III – (Blatt 3): Bedeutungen der Flurnamen
Auf’m Weimerich
Der Name ist typisch rheinisch und ähnelt Formen wie Weimerich, Weimerichsberg oder Weimersheck.
Mögliche Herleitungen:
- von einem Personen- oder Hofnamen (Weimer, Weimar, Weimerich)
- oder von einem alten Wortstamm für Weide- oder Wiesenland
Wahrscheinlich:
Ein Hang- oder Wiesenbereich, der nach einem früheren Besitzer oder nach einer charakteristischen Nutzung benannt wurde.
Im Burgenthal
Ein sehr klarer, topografischer Name:
- Burg → kann auf eine alte Befestigung, einen markanten Felsvorsprung oder eine erhöhte Stelle hinweisen
- -thal / -tal → Tal, Senke, eingeschnittene Geländemulde
Wahrscheinlich:
Ein kleines Tal oder eine Senke, die unterhalb einer markanten Erhebung lag, die im Volksmund „Burg“ genannt wurde — oft ohne echte Burg, sondern als landschaftlicher Begriff.
Im Aalsbruch
„Bruch“ ist ein klassischer Flurname für:
- sumpfiges Gelände,
- feuchte Senken,
- ehemalige Überschwemmungsflächen.
„Aal-“ kann sich beziehen auf:
- Aale → Hinweis auf frühere Wasserläufe oder Teiche
- oder auf eine mundartliche Form von „Ahl“ (alt), was aber seltener ist.
Wahrscheinlich:
Ein feuchtes, sumpfiges Gelände, möglicherweise ein früherer Wasserlauf oder ein Gebiet, in dem Aale vorkamen — typisch für alte Bruchlandschaften.
Im Bungert
Dieser Name wiederholt sich aus Blatt 2.
- „Bungert“ bedeutet Obstgarten, meist mit Apfel- oder Birnbäumen.
- Oft gemeinschaftlich oder als Streuobstwiese genutzt.
Wahrscheinlich:
Ein alter Obstgarten oder eine Streuobstwiese, die über Generationen bestand.
Hinter der Kirche
Ein reiner Lageflurname.
- „Hinter“ → vom Dorfmittelpunkt aus gesehen
- „Kirche“ → die Kettiger Kirche als Orientierungspunkt
Wahrscheinlich:
Flächen hinter der Kirche, also auf der rückwärtigen Seite des Kirchhügels oder Kirchwegs — oft ältere, dorfnahe Parzellen.