Neues Leben für alte Stücke
Ballonflasche als Stehlampe
Licht aus dem Weinlager
Datierung: Ballonflasche vermutlich Mitte 20. Jahrhundert, Umbau zur Lampe deutlich später
Material: Glas, Korkenfüllung, Lampenschirm, originaler Holzrahmen
Typ: große Weinballonflasche, umgebaut zur Boden‑/Stehlampe
Kategorie: Neues Leben für alte Stücke
Zustand: funktionsfähig, dekorativ, mit starkem wohnlichem Charakter
Gestaltung und Funktion
Diese großformatige Ballonflasche, ursprünglich zur Lagerung und zum Transport von Wein oder Most genutzt, wurde zu einer Bodenlampe umgestaltet. Durch ihre Höhe und ihr Volumen wirkt sie im Raum wie ein eigenständiges Möbelstück.
Der Glasbehälter ist mit Weinkorken gefüllt, die sowohl als dekoratives Element dienen als auch die Herkunft des Objekts zitieren.
Die Flasche steht weiterhin in ihrem originalen Transport‑ und Lagerrahmen aus Holz, der früher dazu diente, das schwere Glas sicher zu bewegen und im Keller zu lagern. Heute bildet er das stabile Fundament der Lampe und bewahrt den historischen Charakter des Stücks.
Ein dunkler Lampenschirm mit geometrischem Muster erzeugt ein warmes, atmosphärisches Lichtspiel und verbindet die rustikale Basis mit einer modernen Ästhetik.
Kulturelle Einordnung
Ballonflaschen gehörten über Jahrzehnte zur Grundausstattung vieler Weingüter und privater Haushalte. Sie dienten dem Gären, Lagern und Umfüllen von Wein und waren aufgrund ihrer Größe und Zerbrechlichkeit stets in Holzrahmen gesichert.
Der Umbau zur Stehlampe zeigt, wie ein ehemals rein funktionales Objekt durch Upcycling zu einem gestalterischen Blickfang wird. Die Korken erzählen von Genuss, die Flasche von Vorrat, der Holzrahmen von Kellerarbeit – und das Licht von Wärme und Gegenwart.
Museale Bedeutung
Dieses Objekt steht exemplarisch für die Idee, Altes nicht zu entsorgen, sondern weiterzuentwickeln. Es verbindet Handwerk, Geschichte und Kreativität und zeigt, wie ein alltägliches Arbeitsgefäß zu einem ästhetischen Wohnobjekt werden kann.
Die Ballonflasche als Stehlampe ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Vergangenheit und Gegenwart sich gegenseitig bereichern.
„Stimmen aus Holz"
Klang im goldenen Schnitt
Künstler: JaxHill/ Upcycling‑Projekt
Entstehungsjahr: 2025/2026
Material: Sperrholzplatte, Holzleisten, Eichenstaken aus einem Restaurationsobjekt in der Breitestraße (Kettig), Aluminium‑L‑Schienen, LED‑Lichtband (5 m, smarthome‑fähig)
Maße: ca. 155 × 95 cm
Technik: Assemblage, Upcycling, LED‑Integration
Standort: Privatbesitz
Beschreibung
Das großformatige Wandobjekt basiert auf einer verstärkten Sperrholzplatte, die als Träger für eine präzise arrangierte Sammlung unterschiedlich langer Eichenstaken dient. Diese Staken stammen aus einem Restaurationsobjekt in der Breitestraße in Kettig und wurden im Sinne des Upcyclings aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und neu interpretiert. Ihre vertikale Anordnung folgt der Form einer digital visualisierten Audionachricht – den aufgezeichneten Namen der Kinder des Künstlers. So entsteht ein hölzernes Klangbild, das Sprache in eine skulpturale Struktur übersetzt.
Der Rahmen besteht aus passgenau gefügten Aluminium‑L‑Schienen, in die ein fünf Meter langer LED‑Strip eingelassen ist. Dieser lässt sich per Smarthome‑Steuerung in Farbe und Muster variieren und verleiht dem Werk je nach Einstellung eine ruhige, atmosphärische oder dynamisch‑pulsierende Wirkung. Das Licht verstärkt die Assoziation einer Klangwelle und macht das Objekt zu einem interaktiven, stimmungsabhängigen Kunstwerk.
Die Gesamtkomposition folgt dem goldenen Schnitt (155 × 95 cm), wodurch das Werk trotz seiner rohen Materialien eine harmonische, fast architektonische Präsenz erhält. Die Kombination aus historischem Eichenholz, moderner LED‑Technik und klarer geometrischer Ordnung verbindet Vergangenheit, Gegenwart und persönliche Erinnerung.
Interpretation
Das Objekt verwandelt eine flüchtige Audionachricht in ein dauerhaftes, haptisches Erinnerungsstück. Die Eichenstaken tragen nicht nur die Form der gesprochenen Namen, sondern auch die Geschichte des Ortes, aus dem sie stammen. Durch die Verbindung von Upcycling‑Materialien, digitaler Visualisierung und steuerbarem Licht entsteht ein Werk, das Nachhaltigkeit, Identität und emotionale Bedeutung miteinander verknüpft. Es bewegt sich zwischen Medienkunst, Design und persönlichem Erinnerungsobjekt.
„Rheinlicht"
Zwei Stimmen im Treibholz
Künstler: THill/ Upcycling‑Projekt
Entstehungsjahr: 2023
Material: angeschwemmter Baumstamm (Treibgut aus dem Rhein), Eisenstandfuß, rote stoffummantelte Stromkabel, Keramikfassungen, LED‑Leuchtmittel, Schalter im Stil des frühen 20. Jahrhunderts, Vogelsilhouetten aus rostigem Eisenblech
Maße: ca. 200 cm Höhe
Technik: Assemblage, Upcycling, Lichtobjekt
Beschreibung
Dieses Leuchtobjekt basiert auf einem rund zwei Meter hohen Baumstamm, der als Treibgut aus dem Rhein geborgen wurde. Der Stamm wurde gereinigt, stabilisiert und auf einem massiven Standfuß aus Eisen befestigt, der dem Objekt sowohl Halt als auch eine klare skulpturale Präsenz verleiht.
Rote, stoffummantelte Stromkabel umschlingen die oberen Astgabeln und führen zu Keramikfassungen mit stromsparenden LED‑Leuchtmitteln. Die sichtbare Kabelführung betont den Dialog zwischen organischem Material und technischer Funktion.
Auf der Rückseite befindet sich ein Schalter, der historischen Modellen aus dem frühen 20. Jahrhundert nachempfunden ist. Zwei Vogelsilhouetten aus rostigem Eisenblech sitzen auf den oberen Ästen und verleihen dem Werk eine poetische, naturverbundene Ebene.
Interpretation
Das Objekt verbindet Naturfund, Handwerk und Lichtkunst. Der Rhein wird zum unsichtbaren Erzähler, der ein Stück Natur in neuer Form zurück in den Raum bringt. Der Eisenstandfuß erdet das Werk, während die Vögel und das warme Licht eine Atmosphäre von Ruhe, Reise und Erinnerung schaffen. Ein Stück Natur, das weiterleuchtet.
„Kartografie des Zufalls"
Licht über rostigem Land
Künstler: THill/ Upcycling‑Projekt
Entstehungsjahr: ca. 2012
Material: stark verrostetes Eisenblech (Fundstück aus den Kettiger Feldern), LED‑Beleuchtung, Holzsockel aus Nussbaum
Maße: Höhe ca. 52 cm
Technik: Assemblage, Upcycling, Lichtobjekt
Beschreibung
Dieses Lichtobjekt basiert auf einem stark verrosteten Eisenblech, das während eines Spaziergangs in den Kettiger Feldern gefunden wurde. Die organische, unregelmäßige Form des Blechs erinnert an eine abstrahierte Landkarte mit Küstenlinien, Gebirgszügen und tektonischen Brüchen.
Das Fundstück wurde gereinigt, stabilisiert und auf einem massiven Sockel aus Nussbaumholz montiert, der dem Objekt eine warme, edle Basis verleiht und den Kontrast zwischen Verfall und Wertigkeit betont.
Eine hinter dem Metall installierte LED‑Beleuchtung lässt das Licht durch die Löcher und Ausfransungen des Blechs dringen. Bei Dunkelheit entsteht der Eindruck einer nächtlichen Landschaft: einzelne Lichtpunkte wirken wie Städte oder Dörfer, die auf einer imaginären Karte aufleuchten.
Interpretation
Das Werk verwandelt ein zufällig gefundenes Stück Metall in eine poetische Topografie. Die Kombination aus Rost, Licht und edlem Nussbaumholz erzeugt ein Spannungsfeld zwischen Vergänglichkeit und neuer Bedeutung. Die Betrachterinnen und Betrachter entdecken darin oft vertraute Muster – Kontinente, Inseln, Sternbilder – und projizieren eigene Geschichten in diese „Landkarte des Zufalls“.
Dartschrank aus historischem Holzfenster
Objektart: Upcycling‑Möbel / Funktionsobjekt
Material: historischer Holzfensterrahmen, Spiegel, Holzaufdopplung, Dartscheibe, Elektronik (Laserlinie)
Datierung (Upcycling): 2023
Herkunft Fenster: Umgebung von Kettig
Gestalter: JaxHill & THill
Dieses Upcycling‑Objekt basiert auf einem alten Holzfenster aus der Region Kettig, das ursprünglich als klassisches zweiflügeliges Fenster diente. Die historische Substanz wurde sorgfältig erhalten und zugleich in eine völlig neue Funktion überführt.
Zunächst wurden die ursprünglichen Glasscheiben durch Spiegel ersetzt, wodurch der Fensterrahmen bereits als dekoratives Wohnobjekt nutzbar gewesen wäre. Doch das Projekt ging bewusst einen Schritt weiter: Der Rahmen wurde aufgedoppelt, um hinter den Spiegeln ausreichend Raum für eine vollwertige Dartscheibe zu schaffen.
Im geschlossenen Zustand wirkt das Objekt wie ein nostalgischer Wandspiegel mit regionalem Charakter. Wird das Fenster jedoch geöffnet, verwandelt es sich in eine komplette Dartstation. Die Spielentfernung wird nicht mit Klebeband oder Markierungen festgelegt, sondern mittels eines Lasers projiziert, der die korrekte Wurflinie präzise auf den Boden wirft – eine moderne Ergänzung zu einem historischen Grundkörper.
Die beiden Fotos dokumentieren das Objekt in seinen beiden Funktionszuständen:
- geschlossen als dekorativer Spiegel,
- geöffnet als vollwertige Dartanlage.
Upcycling‑Kontext
Dieses Objekt ist ein exemplarisches Beispiel für kreative Wiederverwendung historischer Baumaterialien. Es zeigt:
- wie traditionelle Handwerksobjekte aus der Region Kettig ein neues Leben erhalten,
- wie historische Ästhetik und moderne Freizeitkultur miteinander verschmelzen,
- wie Upcycling nicht nur ressourcenschonend, sondern auch funktional und humorvoll sein kann.
Der bewusste Erhalt der Patina und der originalen Fensterarchitektur verleiht dem Objekt Authentizität, während die technische Erweiterung (Laserlinie, Dartsystem) eine zeitgenössische Ebene hinzufügt.
Familiäre und regionale Einordnung
Da das Fenster aus der Umgebung von Kettig stammt, trägt das Objekt zugleich ein Stück lokaler Baugeschichte in sich. Die kreative Umsetzung durch Joshua und Toni verbindet handwerkliches Können, technisches Verständnis und eine spielerische Herangehensweise an historische Materialien.
Museale Einordnung
In einem musealen Kontext eignet sich das Objekt hervorragend für die Kategorien:
- Upcycling & Nachhaltigkeit
- Regionale Handwerkskultur
- Alltagskultur & Freizeitgestaltung
- Transformation historischer Materialien
Es zeigt, wie historische Bauteile nicht nur bewahrt, sondern weitergedacht werden können – und wie aus einem ausrangierten Fenster ein überraschend vielseitiges und ästhetisch reizvolles Funktionsobjekt entsteht.RahmenFensterl
Wanddekoration aus historischem Fensterladen und Treibholz
Objektart: Upcycling‑Dekoobjekt / Wandinstallation
Material: halber historischer Fensterladen, Treibholz aus dem Rhein, Metallbeschläge, Holzsockel
Datierung (Upcycling): 21. Jahrhundert
Herkunft der Materialien:
- Fensterladen: aus der Umgebung von Kettig
- Treibholz: Rhein
Gestalter: THill
Fundort / heutiger Standort: Breitestraße, Kettig
Dieses Upcycling‑Objekt entstand aus der Hälfte eines alten Fensterladens, der ursprünglich vor der Entsorgung gerettet wurde. Die zweite Hälfte desselben Fensterladens fand schon Verwendung bei Restaurierungsarbeiten in der Breitestraße 17 in Kettig – wodurch beide Teile des historischen Bauelements auf unterschiedliche Weise erhalten blieben.
Der verbliebene Fensterladen wurde gereinigt, stabilisiert und bewusst in seinem gealterten Zustand belassen und lediglich überlackiert: abgeplatzte Farbe, sichtbare Holzstruktur und originale Metallbeschläge erzählen die Geschichte eines lange genutzten Bauteils aus der regionalen Architektur.
In Kombination mit Treibholz aus dem Rhein, das an den Rahmen montiert wurde, entstand ein ästhetisch wirkungsvolles Dekoobjekt, das Naturmaterialien und historische Bausubstanz miteinander verbindet. Die Komposition spielt mit Kontrasten:
- verwittertes Grün des Fensterladens,
- organische Formen des Treibholzes,
- metallische Akzente durch alte Beschläge,
- und die ruhige, klare Formensprache des Sockels.
Das Objekt wurde anschließend in der Breitestraße platziert, wo es als dekoratives Element und zugleich als kleines Stück lokaler Materialgeschichte dient.
Upcycling‑Kontext
Dieses Objekt ist ein exemplarisches Beispiel für ressourcenschonende Wiederverwendung historischer Bauteile. Es zeigt:
- wie regionale Architekturfragmente vor dem Verlust bewahrt werden können,
- wie Treibholz als Naturfundstück eine neue gestalterische Funktion erhält,
- wie Upcycling nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch und erzählerisch sein kann,
- und wie handwerkliche Kreativität historische Materialien in neue Kontexte überführt.
Die bewusste Entscheidung, die Patina des Fensterladens zu erhalten, macht das Objekt zu einem authentischen Zeugnis lokaler Baukultur.
Familiäre und regionale Einordnung
Da sowohl der Fensterladen als auch das Treibholz aus der unmittelbaren Umgebung stammen, trägt das Objekt eine starke regionale Identität. Die Umsetzung verbindet handwerkliches Geschick, gestalterisches Feingefühl und die Freude am Erhalt historischer Materialien.
Museale Einordnung
In einem musealen Kontext eignet sich das Objekt besonders für die Bereiche:
- Upcycling & Nachhaltigkeit,
- Regionale Baukultur,
- Materialgeschichte des Rheinlands,
- Künstlerische Objektgestaltung aus Fundstücken.
Es zeigt, wie historische Fragmente nicht nur bewahrt, sondern neu interpretiert werden können – und wie aus vermeintlichem Abfall ein Objekt mit ästhetischem und lokalhistorischem Wert entsteht.