Flur VII
Flur VII liegt in einem von Wegen, Schneisen und markanten Geländepunkten geprägten Abschnitt der Kettiger Gemarkung. Zwischen Diesbach, Kreuzhecke und den alten Pfaden Richtung Ochtendung bewahren die Flurnamen dieser Gegend Erinnerungen an Orientierungspunkte, Hanglagen und historische Wegverbindungen, die für die Landwirtschaft und den Alltag früherer Generationen eine wichtige Rolle spielten.
Flur VII – Blatt 1
Auf’m Diesbach.
Kreuzhecke.
Flur VII – (Blatt 1): Bedeutungen der Flurnamen
Auf’m Diesbach
„Diesbach“ = kleiner Bach, evtl. nach Person benannt.
Wahrscheinlich:
Bachnahe Wiesen oder Hangflächen.
Kreuzhecke
„Hecke“ → Grenzhecke.
„Kreuz-“ → Kreuzung zweier Wege.
Wahrscheinlich:
Eine Hecke an einer Wegkreuzung, oft alte Grenzmarke.
Flur VII – Blatt 2
Zwischen dem Ochtendunger- und Diesbachsweg.
Am toten Mann.
Diesbach.
Oben im Diesbachspfad.
Im Diesbachspfad.
Im kurzen Diesbach.
Bei der Rambourskrümmte.
An der Rambourskrümmte.
Oben im Rambour.
Auf’m Kinsbach.
Auf der Reitschule.
Flur VII – (Blatt 2): Bedeutungen der Flurnamen
Zwischen dem Ochtendunger- und Diesbachsweg
Ein reiner Lageflurname innerhalb von Flur VII.
Wahrscheinlich: Parzellen, die zwischen zwei alten Wegen lagen:
- dem Weg Richtung Ochtendung,
- und dem Diesbachsweg, der dem Bachlauf folgte.
Am toten Mann
Ein typischer Erinnerungs- oder Sagenname.
Solche Bezeichnungen markieren oft:
- Unfallstellen,
- Fundorte,
- alte Grenzpunkte mit Überlieferung.
Wahrscheinlich: Ein markanter Punkt in Flur VII, der durch ein Ereignis oder eine Erzählung seinen Namen erhielt.
Diesbach
Bezieht sich auf den Bachlauf selbst innerhalb von Flur VII.
Wahrscheinlich: Die bachnahen Wiesen- und Auenflächen, oft feucht und fruchtbar.
Oben im Diesbachspfad
„Pfad“ = kleiner Weg entlang des Bachs.
„Oben“ = höher gelegener Abschnitt.
Wahrscheinlich: Der obere, hangnähere Teil des Weges, der den Diesbach begleitet.
Im Diesbachspfad
Der Wegbereich direkt am Bach innerhalb von Flur VII.
Typisch für schmale, oft feuchte Geländestreifen.
Im kurzen Diesbach
„Kurz“ bezeichnet einen kleinen, abgegrenzten Abschnitt des Bachlaufs.
Wahrscheinlich: Ein kurzer, enger oder besonders markanter Teil des Diesbachs innerhalb von Flur VII.
Bei der Rambourskrümmte
„Rambour“ → alte Apfelsorte.
„Krümmte“ → Biegung, Kurve (Gelände oder Weg).
Wahrscheinlich: Ein gekrümmter Geländestreifen in Flur VII, der an einen Rambour-Obstgarten grenzte.
An der Rambourskrümmte
Die gleiche Geländestruktur wie oben, aber mit Betonung auf der unmittelbaren Lage an dieser Kurve.
Wahrscheinlich: Parzellen direkt an der Geländebiegung des Rambour-Bereichs.
Oben im Rambour
„Rambour“ → Obstgartenbereich, meist mit Rambour-Apfelbäumen.
„Oben“ → höher gelegener Teil.
Wahrscheinlich: Der obere Abschnitt eines Obstgartens oder einer Streuobstfläche innerhalb von Flur VII.
Auf’m Kinsbach
Bezieht sich auf den Kinsbach, einen kleinen Wasserlauf.
„Auf’m“ deutet auf leicht erhöhte, bachbegleitende Parzellen hin.
Wahrscheinlich: Ein Hang- oder Uferbereich entlang des Kinsbachs innerhalb von Flur VII.
Auf der Reitschule
Ein sehr alter Flurname.
„Reitschule“ bezeichnet in historischen Fluren oft:
- Übungsplätze für Pferde,
- offene Sand- oder Grasflächen,
- oder Flächen, die im Volksmund so genannt wurden, ohne echte Reitanlage.
Wahrscheinlich: Eine offene, ebene Fläche in Flur VII, die traditionell als Übungs- oder Weideplatz für Pferde diente oder so wahrgenommen wurde.