Wörter mit Anfangsbuchstaben B

Wir tauchen ein in die faszinierende Welt der Wörter, die mit dem Buchstaben "B" beginnen. Entdecke lokale Begriffe und ihre Bedeutungen, die unsere Sprache bereichern.

Dialektwort Lautschrift (IPA) Beispiel/Redewendung Hochdeutsch Erklärung/Herkunft
Baas [baːs] „Die Baas wohnt do drüben.“ alte Frau Aus ahd./mhd. basa = Tante, weibliche Verwandte. Ursprünglich Bezeichnung für die Schwester der Mutter oder eine ältere weibliche Verwandte. Im Moselfränkischen seit dem 17. Jh. Bedeutungswandel zu „ältere Frau“, oft mit leicht spöttischem, aber nicht unbedingt negativem Unterton.
Babba [ˈbabɐ] „Der Babba kummt glei.“ Vater Moselfränkische Form von „Papa“. Die Form Babba ist im süddeutschen und alemannischen Raum verbreitet und wurde im 19. Jh. ins Mittelrheinische übernommen. Häufig liebevoll oder familiär verwendet.
Babbel [ˈbabəl] „Halt die Babbel.“ Mund Lautmalerisch: babbeln = reden, plappern. „Babbel“ bezeichnet den Mund im Sinne von „halt den Mund“. Seit dem 18. Jh. im Rheinland belegt. Oft scherzhaft oder streng.
Babbelschmüss [ˈbabəlˌʃmʏs] „Der es en Babbelschmüss.“ Schwätzmaul Zusammensetzung aus babbeln (reden) und Schmüss (Maul). Seit dem 19. Jh. als humorvolle oder spöttische Bezeichnung für Vielredner belegt. Typisch für Vereinsleben und Dorfalltag.
Bachele [ˈbaχələ] „Der Kleene muss bachele.“ Pipi machen Kindersprache, lautmalerisch. Vermutlich zu bach = kleines Rinnsal → übertragen auf „laufen lassen“. Seit dem frühen 20. Jh. im Mittelrhein belegt.
Bäelcke [ˈbɛːlkə] „Hör op ze bäelcke.“ laut schreien Lautmalerisch; der gedehnte Vokal äe imitiert das langgezogene Schreien. Häufig bei Kindern oder Tieren. Seit dem 19. Jh. belegt.
Bagasch / Bajasch [baˈgaʃ] „Mit der janze Bagasch.“ ganze Familie Aus frz. bagage = Gepäck, Anhang. Im 18. Jh. ins Rheinland übernommen. Bedeutet „ganze Truppe“, oft liebevoll oder scherzhaft.
Baijaß [ˈbaɪ̯jas] „Der es en Baijaß.“ Hanswurst Aus frz. paillasse = Spaßmacher, Gaukler. Seit dem 18./19. Jh. im Dialekt. Typisch für Fastnacht, Theater und Dorfscherz.
Bajuff [ˈbaːjʊf] „Der Bajuff hängt nur rum.“ Asozialer Vermutlich aus frz. voyou = Gauner, Halunke. Seit dem 19. Jh. als sozialer Spottbegriff im Rheinland belegt. Beschreibt einen Herumtreiber oder jemanden, der sich nicht an soziale Normen hält.
Bäm [bɛːm] „Die Bäm sin grün.“ Bäume Pluralform von „Baum“. Moselfränkische Vokaldehnung (a → ä → äː). Seit dem Mittelalter belegt.
Bangschesser [ˈbaŋˌʃɛsɐ] „Der es en Bangschesser.“ Feigling Zusammensetzung aus bang = ängstlich und Schesser = jemand, der sich in die Hose macht. Seit dem 19. Jh. als Spottname belegt.
Bas [bas] „Die Bas wohnt do hinner.“ alte Frau Kurzform von „Base“. Oft neutral oder leicht spöttisch. Häufig für ältere Frauen im Dorf, die man gut kennt.
Baschte [ˈbaʃtə] „Do könnt ich baschte.“ bersten, verzweifeln Ausdruck großer Wut oder innerer Spannung. Vermutlich zu „platzen“ oder „bersten“. Seit dem 19. Jh. im Dialekt.
Bäsje [ˈbɛːsjə] „Dat Bäsje bringt Plätzje.“ nette alte Frau Diminutiv von Bas. Häufig liebevoll, besonders in Advents‑ und Weihnachtskontexten.
Basseng [ˈbasɛŋ] „Do es en Basseng.“ Wasserbehälter Aus frz. bassin = Becken. Seit dem 18. Jh. im Rheinland. Häufig für Viehtränken oder Hofbecken.
Bat soll dat [bat zɔl dat] „Bat soll dat dann?“ Was soll das „bat“ = was (moselfränkisch). Typische Alltagsfrage, oft genervt oder ungläubig.
Bat wöschst dau dann [bat vʏʃt daʊ̯ dan] „Bat wöschst dau dann?“ was wiegst du denn scherzhafte Frageform, oft bei Kindern oder scherzhaften Neckereien.
Batschele [ˈbatʃələ] „Die batschele de janze Zig.“ reden Lautmalerisch für Dauerreden. Häufig für Kinder oder Vielredner.
Batschnass [ˈbat͡ʃˌnas] „Ich ben batschnass.“ triefend nass Lautmalerisch; „batsch“ = klatschnass, durchnässt. Überregional verbreitet.
Battchele [ˈbatʃələ] „Der battchelt wie en Radio.“ Vielredner Lautmalerisch, ähnlich wie „plappern“. Häufig spöttisch.
Bauchflatsche [ˈbaʊ̯xˌflat͡ʃə] „Der hät en Bauchflatsche jemaat.“ Bauchklatscher Lautmalerisch aus Bauch + flatschen (platschen, klatschen). Häufig im Schwimmbad.
Baule [ˈbaʊ̯lə] „Der bault wie en Hond.“ bellen, husten Lautmalerisch; beschreibt bellendes, hartes Husten.
Bedrulje [bəˈdʁʊlʒə] „Ich ben in de Bedrulje.“ in Not sein Aus frz. bredouille = missliche Lage. Seit dem 18./19. Jh. im Rheinland.
Beduppe [bəˈdʊpə] „Der hät misch beduppt.“ betrügen „Dupen“ = täuschen, betrügen. Moselfränkisch. Häufig im Spiel oder Alltag.
Beerrekraud [ˈbeːʁəˌkʁaʊ̯t] „Do hät et Beerrekraud jemoat.“ Rübensaft „Beerre“ = Rübe + „kraud“ = Sirup. Regionale Spezialität aus Zuckerrüben.
Bei de [baɪ̯ də] „Ich ben bei de.“ ich bin bei dir Moselfränkische Alltagsform. Häufig in familiären Situationen.
Beköppe [bəˈkœpə] „Ich hann dat beköpp.“ begreifen „Köpp“ = Kopf → übertragen auf „verstehen“. Seit dem 19. Jh. belegt.
Belöppert [bəˈlœpɐt] „Der es belöppert.“ bekloppt „Löppern“ = klopfen → übertragen auf geistige Verfassung. Häufig scherzhaft.
Ben [bɛn] „Ben hät dat jemaat?“ wen Verkürzte Frageform. Typisch moselfränkisch.
Bennel [ˈbɛnəl] „Mach en Bennel dröm.“ Gebinde Bündel aus Stroh, Blumen oder Zweigen. Häufig in Erntebräuchen.
Beömmele [beˈœmələ] „Ich hann misch kapott beömmelet.“ sich amüsieren Lautmalerisch für „kringelig lachen“. Häufig in geselligen Runden.
Berrekraud [ˈbɛʁəˌkʁaʊ̯t] „Hol mol dat Berrekraud.“ Rübenkraut Zuckerrübensirup, regionale Spezialität.
Berrekraudstöck [ˈbeːʁəˌkʁaʊ̯tˌʃtœk] „Et jitt Berrekrautstöck met Budder.“ Butterbrot mit Rübenkraut Zusammensetzung aus Kraut + Stück Brot. Typisch für Frühstück.
Berwes [ˈbɛʁvaːs] „Ich ben Berwes jelaafe.“ barfuß Moselfränkisch für „ohne Schuhe“. Häufig in Kindheitserinnerungen.
Bettepisser [ˈbɛtəˌpɪsɐ] „Der es en Bettepisser.“ Bettnässer Derb, scherzhaft. Häufig in Kinder- oder Spottreden.
Bibbchö [ˈbɪpçə] „Do läuft en Bibbchö.“ junges Huhn / junge Frau Diminutiv von Bibbe. Häufig liebevoll oder scherzhaft.
Bibbe [ˈbɪbə] „Mir hann Bibbe im Stall.“ Hühner Moselfränkisch für Hühner. Seit dem 19. Jh. belegt.
Bigges [ˈbɪgəs] „Die Bigges sin do hinner.“ Ziegen Pluralform von Bigge. Häufig im Stallleben.
Biggl [ˈbɛgəl] „Wat en Biggl!“ Spitzkacke Derb, scherzhaft. Häufig in Fastnacht.
Billjett [ˈbɪlˌjɛt] „Ich hann e Billjett noh Cowelenz.“ Fahrkarte Aus frz. billet. Seit dem 19. Jh. im Rheinland.
Binn [bɪn] „Die Binn fliecht.“ Biene Lautmalerisch verkürzt. Häufig in Kinderrede.
Binnewatz [ˈbɪnəˌvats] „Dat is en Binnewatz.“ nicht richtig kastrierter Eber Fachbegriff aus Landwirtschaft; Watz = Eber. „Binnewatz“ = halb kastrierter Eber.
Binnie [ˈbɪni] „Binnie dat dann?“ bin ich das dann Verkürzte Frageform. Häufig in Alltagssprache.
Bläsur [ˈblɛːzuːɐ̯] „Ich hann en Bläsur.“ Kratzer Aus frz. blessure = Verletzung. Seit dem 18. Jh. im Rheinland.
Bleseer [ˈblɛːzeːɐ̯] „Mir hann joot gebleseert.“ Spaß haben Aus frz. plaisir = Vergnügen. Seit dem 18. Jh. im Dialekt.
Blooch [bloːx] „Stell de Blooch en de Scheuer.“ Pflug Moselfränkische Form von Pflug. Seit dem Mittelalter belegt.
Bloochkärsche [ˈbloːχˌkɛʁʃə] „Die Bloochkärsche stonn om Felt.“ Pflugkarre Zusammensetzung aus Blooch + Kärsche (Karre). Häufig in Landwirtschaft.
Bloosaasch [ˈbloːzaːʃ] „Der Bloosaasch schwätzt.“ Schwätzer „Bläser“ → übertragen auf Vielredner. Häufig in Fastnacht.
Blötsch [blœt͡ʃ] „Do es en Blötsch dran.“ Beule Lautmalerisch. Häufig für Dellen an Gegenständen.
Blötsche [ˈblœt͡ʃə] „Net blötsche!“ eindrücken verbeulen, stoßen. Häufig bei Metall oder Obst.
Blötschkopp [ˈblœt͡ʃkɔp] „Der es en Blötschkopp.“ Dummkopf Zusammensetzung aus Blötsch (Beule, Delle) und Kopp (Kopf). Ursprünglich Bezeichnung für jemanden, der „einen Schlag abbekommen hat“ → übertragen auf „jemand mit wenig Verstand“. Seit dem 19. Jh. im Mittelrhein belegt. Häufig in humorvoller Spottrede.
Blümmo [ˈblyːmo] „Et Blümmo es dick.“ Federbett Aus frz. plumeau = Federbett, Daunendecke. Übernommen im 18./19. Jh. durch französische Besatzungszeit. Dialektform mit langem ü‑Laut typisch moselfränkisch.
Böbbelö (Beule) [ˈbœbələ] „Ich hann e Böbbelö.“ Beule Lautmalerisch: Böbbel / Boppel / Bubbel = kleiner runder Knubbel. Seit dem 19. Jh. im Rheinland belegt. Häufig in Kinderrede oder bei kleinen Verletzungen.
Böbbelö (Trottel) [ˈbœbələ] „Der Böbbelö schwätzt Stuss.“ Trottel Übertragung der Bedeutung „kleiner Knubbel“ → „kleiner Dödel“. Typisch moselfränkische Bedeutungsverschiebung: körperliche Form → Charaktereigenschaft. Häufig in humorvoller Spottrede.
Böbbelwasser [ˈbœbəlˌvasɐ] „Dat Böbbelwasser määt schwatzhaft.“ Schnaps Bezeichnung für einfachen, oft selbstgebrannten Schnaps, der „Böbbel“ (Bläschen) bildet. Der Ausdruck spielt auf die Wirkung an: macht locker, redselig, manchmal übermütig. Seit dem 20. Jh. belegt.
Bockseschesser [ˈbɔksəˌʃɛsɐ] „Der es en Bockseschesser.“ Feigling Zusammensetzung aus Box (Hose) und Schesser (von „scheißen“). Wörtlich: „Hosen‑Scheißer“. Typischer Fastnachts‑Spottname für jemanden, der Angst hat oder sich nicht traut. Seit dem 20. Jh. verbreitet.
Bodzlomb [ˈbɔtsˌlɔmp] „Holl die Bodzlomb.“ Putztuch Zusammensetzung aus Bodz = Schmutz, Dreck (moselfränkisch) und Lomb = Lappen. Häufig in Küchen, Vereinsheimen und Werkstätten. Seit dem 19. Jh. belegt.
Böges (Faxen) [ˈbøːɡəs] „Mach kei Böges.“ Faxen Bedeutungsübertragung: „krumme Sachen machen“, „Unfug treiben“. Häufig in familiären Situationen.
Böges (Lausbub) [ˈbøːɡəs] „Du bis e Böges!“ Lausbub Vermutlich zu Bogen = krumm, verschlagen → übertragen auf „schlitzohriger Junge“. Häufig für freche, aber liebenswerte Kinder. Seit dem 19. Jh. im Mittelrhein belegt.
Bohai mache [boˈhaɪ̯ ˌmaχə] „Der will Bohai mache.“ wichtig tun Aus frz. embarras → bohai über Rotwelsch und Soldatensprache. Bedeutet „viel Aufhebens machen“, „Theater spielen“. Seit dem 19. Jh. im Rheinland belegt.
Böjer [ˈbøːjɐ] „Die Böjer stonn do.“ Bücher Lautverschiebung von „Bücher“ → „Böjer“. Typisch moselfränkische Vokalveränderung (ü → ö). Häufig in Schulsprache und Vereinsarchiven.
Bölz [bœlts] „Ich hann en Bölz.“ Beule Lautmalerisch, ähnlich wie „Blötsch“. Häufig für kleine Verletzungen oder Dellen. Seit dem 19. Jh. belegt.
bööges [ˈbøːɡəs] „Der es janz Bööges.“ unsympathisch Abwertende Charakterbeschreibung, vermutlich aus einer Verschmelzung von böse (ahd. bōsi = schlecht, übel) und Gesicht. Die Form „Bööges“ bezeichnet jemanden, der „böse guckt“, unfreundlich wirkt oder sich ungehobelt verhält. Die gedehnte Vokalform (öö) verstärkt die negative Konnotation. Seit dem 19. Jh. im Mittelrhein belegt, oft in Spottreden und Alltagskonflikten.
Bosselö [ˈbɔsələ] „Mir sinn am Bosselö.“ basteln Aus frz. bosseler = werkeln, ausbeulen, herumhämmern. Das Wort gelangte im 18./19. Jh. über Handwerks- und Militärsprache ins Moselfränkische. „Bosselö“ bezeichnet nicht nur Basteln, sondern auch improvisiertes Reparieren, oft mit einfachen Mitteln. Typisch für Vereinsarbeit, Werkstätten und landwirtschaftliche Hofreparaturen.
Box [bɔks] „Zieh die Box ah!“ Hose Aus engl. boxers → „Box“, im Dialekt stark verkürzt. Seit den 1960er Jahren verbreitet, als moderne Umgangsform für Hose, besonders für Arbeits- oder Jogginghosen. Die Übernahme zeigt den Einfluss englischer Modebegriffe auf die Alltagssprache im Rheinland.
Boxeschesser [ˈbɔksəˌʃɛsɐ] „Wat en Boxeschesser!“ Feigling Zusammensetzung aus Box (Hose) und Schesser (von „scheißen“). Bedeutet wörtlich „Hosen‑Scheißer“ → Feigling. Seit dem 20. Jh. als Fastnachts- und Spottbegriff belegt. Die Form ist typisch für moselfränkische Derbheiten, die humorvoll überzeichnete Charaktertypen beschreiben.
Bracke [ˈbʁakə] „Die Bracke sin verbeult.“ LKW‑Seitenteile Technischer Begriff aus der Fuhrmannssprache: Bracke bezeichnet die Bordwand oder Seitenklappe eines Wagens. Vermutlich verwandt mit mhd. bracke = Holzgestell, Rahmen. Im 20. Jh. auf LKW übertragen. Häufig in Vereinslogistik (Festwagen, Transportfahrzeuge).
Brähmele [ˈbʁɛːmələ] „Do wachse Brähmele am Weesch.“ Brombeere Diminutiv von „Brähme“ (Brombeere). „Brähme“ selbst ist moselfränkisch und geht auf mhd. brāme = Dornstrauch zurück. „Brähmele“ bezeichnet kleine, junge oder besonders zarte Brombeeren. Häufig in Naturbeschreibungen, Kinderliedern und Erntebräuchen.
Brämele [ˈbʁɛːmələ] „Die Brämele sin reif.“ Brombeere Variante von Brähmele; Diminutiv von „Bräme“. Die Form mit ä statt äh ist typisch für Weißenthurm und Neuwied. Oft liebevoll gebraucht, besonders in Kindersprache und Erntedanktraditionen.
Brass [pʁas] „Ich hann janz Brass op dä.“ Ärger, Wut Rheinisches Wort für heftigen Ärger, Zorn oder Gereiztheit. Vermutlich aus mhd. brast = Zorn, Grimm. Die Form „Brass“ ist seit dem 18. Jh. im Rheinland belegt und bezeichnet eine emotionale Überladung, oft mit spontaner Reaktion.
braun brönselisch [bʁaʊ̯n ˈbʁœnzəlɪʃ] „Der es braun brönselisch wie en Ochsefurz.“ kackbraun Derbe Redewendung. „brönselisch“ stammt von „bröselig, krümelig, schmutzig“ → übertragen auf unansehnliche Farbe. Die Kombination „braun brönselisch“ ist eine humorvolle, oft drastische Beschreibung für extrem schmutzige oder unappetitliche Brauntöne.
Bröh [bʁøː] „Dat es Bröh.“ schlechtes Bier Abwertende Bezeichnung für dünnes, schales oder schlecht gezapftes Bier. Lautlich verkürzt aus „Brühe“. Seit dem 19. Jh. im Wirtshausjargon belegt.
Brudkaste [ˈbʁuːtˌkastə] „Stell et in de Brudkaste.“ Brotkasten Lautverschiebung von „Brotkasten“ → „Brudkaste“. Typisch moselfränkisch: o → u. Seit dem 19. Jh. als Küchenbegriff belegt.
Brummele [ˈbʁʊmələ] „Do flieje Brummele em Stall.“ dicke Tauben Diminutiv von „Brumm“ (brummen). Lautmalerisch für schwere, tief gurrende Tauben. Häufig in Stall- und Marktumgebungen.
Brutsch [bʁʊt͡ʃ] „Mach net so en Brutsch.“ beleidigte Miene Lautmalerisch für ein verzogenes Gesicht. Vermutlich zu britschen = verziehen, knautschen. Seit dem 19. Jh. im Rheinland belegt.
Bruud [bʁuːt] „Et jitt Bruud met Budder.“ Brot Moselfränkische Lautverschiebung: o → u, gedehnter Vokal. Seit dem Mittelalter belegt. Typisch für Grundnahrungsmittel im Dialekt.
Buckele [ˈbʊkələ] „Ich muss dat Holz buckele.“ schwer tragen Von „Buckel“ = Rücken (ahd. buhhil). Übertragen auf „auf dem Rücken tragen“. Häufig in landwirtschaftlichen Kontexten, besonders beim Holzholen.
Budderamm [ˈbʊdəˌʁam] „Willste en Budderamm?“ Butterbrot Zusammensetzung aus „Budder“ (Butter) und „Amm“ (Brot). Typisch für Pausenverpflegung, Vereinsausflüge und Schulbrotkultur.
Budderfass [ˈbʊdɐˌfas] „Hol dat Budderfass.“ Butterfass Gerät zum Buttern; seit dem 18. Jh. in bäuerlichen Haushalten belegt. Dialektform mit u‑Laut typisch moselfränkisch.
Buggel [ˈbʊgəl] „Der hät en krumme Buggel.“ Rücken Moselfränkisch für Rücken, besonders für gebeugte oder krumme Haltung. Verwandt mit ahd. buckil = Buckel.
Bülge [ˈbʏlɡə] „Die Bülge schreit widder.“ Schreihals Verstärkungsform von bülge. Häufig in Kinderstreit und familiären Situationen. Lautmalerisch.
bülge [ˈbʏlɡə] „Der bülgt wie en Irrer.“ schreien Lautmalerisch für lautes Brüllen. Verwandt mit „brüllen“. Seit dem 19. Jh. belegt.
Bullatsch [ˈbʊlatʃ] „Der määt widder Bullatsch.“ viel reden, tratschen Lautmalerisch, vermutlich zu „plappern“ oder „blatschen“. Typisch für übertriebenes Gerede.
Bullche [ˈbʊlçə] „Do steht e Bullche em Stall.“ männliches Kalb Diminutiv von „Bulle“. Häufig in Viehhaltung und Landwirtschaft.
Bullesje [ˈbʊləsjə] „Der sitzt im Bullesje.“ Arrestzelle Diminutiv von „Bulle“ → scherzhafte Bezeichnung für Polizeizelle. Seit dem 20. Jh. in Fastnachtssprache verbreitet.
Bullewatz [ˈbʊləˌvats] „Dat is en richtije Bullewatz.“ Querkopf Zusammensetzung aus „Bulle“ + „Watz“ (Eber). Bezeichnet starrsinnige, schwer lenkbare Personen.
Bummes [ˈbʊməs] „Hol de Bummes.“ bauchige Flasche Lautmalerisch für dickbauchiges Gefäß. Häufig in Küche und Keller.
Bunne [ˈbʊnə] „Mir koche Bunne met Speck.“ Bohnen Pluralform; klassisches Gericht im Rheinland. Seit dem 18. Jh. belegt.
Bunne fitsche [ˈbʊnə ˌfɪtʃə] „Et muss noch Bunne fitsche.“ Bohnen schneiden „Fitsche“ = schneiden, schnippeln. Typisch für Eintopfvorbereitung.
Bunsel [ˈbʊnzəl] „Pass op, do leit e Bunsel.“ kleiner Kothaufen Lautmalerisch, seit dem 19. Jh. belegt.
Bunselche [ˈbʊnzəlçə] „Do leit bloß e klää Bunselche.“ ganz kleiner Kothaufen Diminutivform.
Butbeiß [ˈbʊtˌbaɪ̯s] „Bei denne sieht et aus wie bei Butbeiß.“ chaotischer Ort scherzhafter Name für extrem unordentliche Orte oder Menschen. Lautmalerisch, vermutlich zu „Butt“ = Haufen, Durcheinander. Seit dem 20. Jh. belegt.