Wörter mit Anfangsbuchstaben S

Wir tauchen ein in die faszinierende Welt der Wörter, die mit dem Buchstaben "S" beginnen. Entdecke lokale Begriffe und ihre Bedeutungen, die unsere Sprache bereichern.

Dialektwort Lautschrift (IPA) Beispiel/Redewendung Hochdeutsch Erklärung/Herkunft
Säfjeswech [ˈzɛːfjəsˌvɛç] „Mir jonn de Säfjeswech entlang.“ Saffigerstraße Lokale Flurbezeichnung; historisch oder landschaftlich
Saggdoch [ˈzakˌdɔχ] „Hol mer e Saggdoch.“ Taschentuch „Sagg“ = Sack, „doch“ = Tuch; liebevoll oder scherzhaft
Sai [zaɪ̯] „Hol die Sai zum Siebe.“ Sieb Moselfränkische Form von „Sieb“; klassisches Küchengerät
Säi [zɛː] „Hol de Säi zum Siebe.“ grobes Sieb Moselfränkisch für Sieb, besonders für Körner oder Erde.
Säje [ˈzɛːjə] „Der Säjt em Eck.“ Pinkeln Lautmalerisch; „Säje“ = urinieren; oft bei Kindern oder Tieren
Sälschäd [ˈzɛːlˌʃɛːt] „Hol de Sälschäd zum Ziehe.“ Zugholz „Säl“ = Seil, „Schäd“ = Holz; Teil des Zuggeschirrs
Schaar [ʃaːʁ] „Et jitt en nei Schaar am Pflug.“ Pflugschar „Schaar“ = Schneide des Pflugs; zentrales Werkzeug
Schabällche [ʃaˈbɛlçə] „Stell dich op dat Schabällche.“ Fußbank Diminutiv von „Bank“; oft bei Kindern oder im Stall
Schabellche [ˈʃabəlçə] „Setz dich op et Schabellche.“ kleiner Schemel Diminutiv von Schemel, oft in Küche oder Stall.
schäiß de Hond droff [ʃaɪ̯s də hɔnt dʁɔf] „Schäiß de Hond droff – et es ejal.“ Sowieso egal Derbe Redewendung; bildhaft für Gleichgültigkeit
Schalesie [ˈʃaːləˌziː] „Mach de Schalesie runner.“ Fenstervorhang (Jalousie) Von französisch jalousie, ins Platt übernommen.
Schallloch [ˈʃalˌlɔx] „Et Schallloch es op.“ Schallloch Öffnung für Klang
Schambrett [ˈʃamˌbʁɛt] „Et jitt en Schambrett em Dier.“ Trennwand WC „Scham“ = Scham, „Brett“ = Wand; oft bei alten Toiletten
schämme [ˈʃɛmə] „Ich hann misch jeschämme.“ geschimpft Moselfränkisch für ausgeschimpft, auch beschämt.
Schandarm [ˈʃandaʁm] „Do steht en Schandarm.“ Polizei Von französisch gens d’armes, historisch.
Schäng [ʃɛŋ] „Der Schäng kütt morje.“ Johann, Hans Moselfränkischer Rufname, oft für Johann.
schangele [ˈʃaŋələ] „Mir schangele om de Wand.“ Glücksspiel Münzspiel an der Wand
Schänne [ˈʃɛnə] „Die schännt widder.“ schimpfen Moselfränkisch für laut schimpfen.
schänne [ˈʃɛnə] „Der schännt wie nix.“ Schimpfen „Schänne“ = laut schimpfen; oft bei Streit oder Erziehung
Schanseknöbbel [ˈʃansəˌknøːbəl] „Hol de Schanseknöbbel zum Feje.“ Reisigbündel „Schanse“ = Reisig, „Knöbbel“ = Bündel; oft zum Kehren oder Heizen
Schanze [ˈʃant͡sə] „Hol en Schanze für de Herd.“ Reiserbündel Moselfränkisch für Bündel aus Reisig oder Holz.
Schanze [ˈʃansə] „Et läjt Schanze em Eck.“ Reisig „Schanze“ = dünne Zweige; oft als Brennmaterial oder zum Kehren
Schaude [ˈʃaʊ̯də] „Der es en Schaude.“ Spaßmacher Moselfränkisch für Witzbold, oft liebevoll.
Schaude [ˈʃaʊ̯də] „Der es en Schaude wie nix.“ Tu nicht gut Spottname; „Schaude“ = unzuverlässiger Mensch
Schaude Fandast [ˈʃaʊ̯də fanˈdast] „Der hät Schaude Fandast.“ eigenartige Ansichten Moselfränkisch für schräge Ideen, oft spöttisch.
Schauft [ˈʃaʊ̯ft] „Et jitt Schauft widder.“ Regenschauer Lautmalerisch; „Schauft“ = kurzer, kräftiger Regen
Schees [ʃeːs] „Wat es dat für e Schees?“ altes verkommenes Auto Moselfränkisch für klappriges Fahrzeug.
Schees [ʃeːs] „Am Sonndach fare me med de Schees in de Kersch.“ Kutsche „Schees“ = Wagen; oft festlich oder nostalgisch
Scherling / Jungspunt [ˈʃɛʁlɪŋ] / [ˈjʊŋʃpʊnt] „Der Scherling hüppt wie en Fohlen.“ Junges Pferd / jung Gebliebener Spottname; oft liebevoll oder ironisch
Scherwele [ˈʃɛʁvələ] „Pass op, do sinn Scherwele!“ Scherben Moselfränkisch für Glassplitter oder Keramikbruch.
Scherwell [ˈʃɛʁvəl] „Pass op – do läjt en Scherwell!“ Glasstück, Scherbe „Scherwell“ = Splitter; oft bei Bruch oder Unfall
Schesselong [ˈʃɛsəlɔŋ] „Et Schesselong steht em Wohnzimmer.“ Ruhesofa Von französisch chaise longue, ins Platt übernommen.
Schessmellstang [ˈʃɛsˌmɛlˌʃtaŋ] „Hol de Schessmellstang aus de Jade.“ Melde (Unkraut) „Schessmellstang“ = Unkraut; oft scherzhaft oder abwertend
Scheuö [ˈʃɔɪ̯ə] „Mach de Scheuö zo.“ Scheune Moselfränkisch für landwirtschaftliches Gebäude.
Schibbelö [ˈʃɪbələ] „Et Schibbelöt de Berg runner.“ langsam rollen Lautmalerisch, moselfränkisch für gleiten oder rollen.
Schimmösetchö [ˈʃɪməzɛtçə] „Hol ding Schimmösetchö.“ Halstuch, Serviette Moselfränkisch für Tuch, oft bei Tisch oder Kleidung.
Schindluder [ˈʃɪndl̩ˌluːdɐ] „Der treibt Schindluder.“ Unfug Missbrauch, Unsinn
Schinnotz [ˈʃɪnˌnɔts] „Dat Schinnotz hüppt em Eck.“ Biest Spottname für Tier oder Mensch; oft scherzhaft oder abwertend
Schinnotzt [ˈʃɪnˌnɔtst] „Die es en Schinnotzt wie nix.“ Durchtriebene Person Spottname; „Schinnotzt“ = listig, hinterhältig; oft bei Intrigen oder Streit
Schirpsö [ˈʃɪʁpsə] „Et Schirpsöt wie verrückt.“ Geräusch eines ungeölten Rades Lautmalerisch, moselfränkisch für Quietschen.
Schirwel [ˈʃɪʁvəl] „Die Schirwel es widder uff Touren.“ Leichtsinnige Frau Spottname; „Schirwel“ = flatterhaft, unzuverlässig
Schissmelstang [ˈʃɪsməlˌʃtaŋ] „Do wächst Schissmelstang.“ Unkraut, weißer Gänsefuß abwertend für wucherndes Kraut
Schiwess [ˈʃɪvəs] „Der es janz Schiwess.“ Bankrott Moselfränkisch für pleite, ruiniert.
Schiwwes [ˈʃɪvəs] „Der es schiwwes wie nix.“ Bankrott „Schiwwes“ = pleite, ruiniert; oft bei Betrieben oder Personen
Schlääf [ʃlɛːf] „Hol de Schlääf zum Ziehe.“ Pflugschleppe „Schlääf“ = Teil des Pflugs; Verbindung zum Zugtier
schläf [ˈʃlɛːf] „Ich schläf dat es joot.“ ich glaube Moselfränkisch für „ich denke“, „ich glaube“.
Schlaimschessö [ˈʃlaɪ̯mˌʃɛsə] „Der es en Schlaimschessö.“ Angsthase Moselfränkisch für ängstlicher Mensch, scherzhaft.
schlauchisch [ˈʃlaʊ̯xɪʃ] „Beim Esse es dat schwer schlauchisch.“ Beim Essen wählerisch „Schlauchisch“ = mäkelig, wählerisch; oft bei Kindern oder Gästen
Schleestög [ˈʃleːˌʃtøːç] „Et jitt Schleestög met Butter.“ Brot mit Geleeaufstrich Moselfränkisch für süßes Brot, oft mit Gelee.
Schleggemaschinn [ˈʃlɛɡəmaˌʃɪn] „Hol de Schleggemaschinn zum Rode.“ Kartoffelroder „Schlegge“ = schlagen, „Maschinn“ = Maschine; landwirtschaftliches Gerät
schleggere [ˈʃlɛɡəʁə] „Der schleggert dat widder üvverall.“ Schleudern „Schleggere“ = werfen, schleudern; oft bei Unordnung oder Streit
Schlenk / Flössje [ʃlɛŋk] / [ˈfløːsʃə] „Et fliecht Wasser em Flössje.“ Bordsteinrinne „Schlenk“ = Rinne, „Flössje“ = kleines Fließ; oft bei Regen
schliee Zähn [ˈʃliːə t͡sɛːn] „Ich hann schliee Zähn.“ saures Gefühl im Mund Moselfränkisch für Ziehen im Kiefer bei saurem Geschmack.
schlieh Zänn [ˈʃliː tsɛn] „Ich hann schlieh Zänn wie nix.“ Saures Gefühl im Mund „Schlieh“ = Schlehe, „Zänn“ = Zähne; bildhaft für säuerliches Gefühl
schling [ʃlɪŋ] „Mach de Schling zo.“ Türgriff Moselfränkisch für Griff oder Klinke.
Schlipps [ˈʃlɪps] „Zieh ding Schlipps aan.“ Krawatte Moselfränkisch für Krawatte, oft festlich.
Schlofmötsch [ˈʃɔfˌmœt͡ʃ] „Der es en Schofmötsch.“ Träumer, langsamer Mensch Moselfränkisch für verträumter, langsamer Mensch.
Schloot [ˈʃloːt] „Et jitt Schloot met Essich.“ Salat Moselfränkische Form von „Salat“; klassisches Gericht
Schlopp [ʃlɔp] „Mach de Schlopp zo.“ Schlaufe Öse, Lasche
Schloppefleggö [ˈʃlɔpəˌflɛɡə] „Der es en Schloppefleggö.“ Schuster (Schimpfname) Moselfränkisch, spöttisch für Schuhmacher.
schluffe [ˈʃlʊfə] „Der schlufft wie en Ochs.“ Füße nicht heben „Schluffe“ = schlurfen; oft bei Müdigkeit oder Unachtsamkeit
Schluneje [ˈʃluːnəˌja] „Der es en Schluneje.“ unangenehmer, schleimiger Mensch Moselfränkisch für hinterhältige Person.
Schlunije [ˈʃlʊniˌjə] „Der Schlunije krischd de Hals ned foll.“ Habgieriger Mann Spottname; „Schlunije“ = gierig, unersättlich
Schlupp [ʃlʊp] „Et Kinn hät en Schlupp.“ Schnuller Moselfränkisch für Beruhigungssauger.
schluße [ˈʃluːsə] „Et schlußt widder.“ tauen Moselfränkisch für Auftauen, Wetterwandel.
Schluuse [ˈʃluːzə] „Et Schluuse jeiht los.“ auftauen Variante von „schluße“, betont.
Schmeck [ʃmɛk] „Pass op, et jitt Schmeck.“ die Peitsche Moselfränkisch für Peitsche, auch metaphorisch für Strafe.
Schmeck [ʃmɛk] „Hol de Schmeck zum Treibe.“ Peitsche „Schmeck“ = Peitsche; oft bei Vieh oder symbolisch
Schmeerbreet [ˈʃmeːɐ̯ˌbʁeːt] „Hol de Schmeerbreet.“ Frühstücksbrett Brettchen zum Schmieren
Schmeerlöffel [ˈʃmeːɐ̯ˌlœfəl] „Der es en Schmeerlöffel.“ dem Vorgesetzten fein zureden Moselfränkisch für Schleimer, besonders gegenüber Autoritäten.
schmiggd [ˈʃmɪɡt] „Et schmiggd widder wie nix.“ Regen mit Wind Lautmalerisch; „schmiggd“ = schräger, nasser Windregen
Schmisettsche [ˈʃmɪzəˌtɛtʃə] „Et hängt am Schmisettsche.“ Hemdkragen „Schmisettsche“ = Kragen; oft bei Kleidung oder Spott
schmuddelisch [ˈʃmʊdəlɪʃ] „Et es schmuddelisch wie nix.“ Warm / schwül „Schmuddelisch“ = feuchtwarm, unangenehm; oft bei Wetter
Schmuhmäschö [ˈʃmuːˌmɛʃə] „Der hät widder Schmuhmäschö jemaat.“ etwas auf Seite schaffen Moselfränkisch für heimlich beiseite legen, tricksen.
Schmusölabbes [ˈʃmuːzəˌlabəs] „Et Kinn es en Schmusölabbes.“ anhängliches Kind Moselfränkisch für verschmustes Kind, liebevoll.
Schnääse [ˈʃnɛːzə] „Der es janz Schnääse.“ vorwitzig sein Moselfränkisch für naseweis, neugierig.
Schnäjaß [ˈʃnɛːjaːs] „Et jitt en Schnäjaß em Ort.“ Schnürstraße „Schnäjaß“ = gerade, schmale Straße; oft historisch
Schnaule [ˈʃnaʊ̯lə] „Dat es schun e Schnaule.“ Uralt „Schnaule“ = sehr alt; oft liebevoll oder spöttisch
Schnepedize [ˈʃneːpəˌdiːt͡sə] „Mach net so Schnepedize.“ Faxen, Getue scherzhafte Rüge
schnöpeditzje [ˈʃnœpəˌdɪt͡sə] „Die es en schnöpeditzje.“ vorwitzig Diminutiv, scherzhaft für neugieriges Kind.
schnöppe [ˈʃnœpə] „Der schnöppt sich dat widder.“ Schnappen „Schnöppe“ = greifen, schnappen; oft bei Essen oder Streit
Schnorres [ˈʃnɔʁəs] „Der hät en jroße Schnorres.“ Schnurrbart Moselfränkisch für Oberlippenbart.
Schnorres [ˈʃnɔʁəs] „Der hät en Schnorres wie en Offzeer.“ Schnurrbart Moselfränkische Form von „Schnurrbart“; oft spöttisch oder stolz
Schnorsch [ˈʃnɔʁʃ] „Die Schnorsch kummt morje.“ Schwiegertochter „Schnorsch“ = Schwiegertochter; oft liebevoll oder ironisch
Schnuckelö [ˈʃnʊkələ] „Et Kinn schnuckelt widder.“ Süßigkeiten naschen Moselfränkisch für naschen, besonders bei Kindern.
schnuddele [ˈʃnʊdələ] „Die schnuddelt widder üvver alles.“ Über andere reden „Schnuddele“ = tratschen, lästern; oft bei Dorfsprache
Schnüss [ʃnʏs] „Halt die Schnüss!“ Mund „Schnüss“ = Mund; oft in Redewendungen oder Spott
Schnüss schwade [ˈʃnʏs ˈʃvaːdə] „Der schnüssschwadt wie en Politiker.“ viel reden Moselfränkisch für viel reden, oft ohne Inhalt.
Schnüsseschwade [ˈʃnʏsəˌʃvaːdə] „Der es en Schnüsseschwade.“ Angeber, Großmaul Moselfränkisch für Prahler, Schwätzer.
Schnüsseschwader [ˈʃnʏsəˌʃvaːdɐ] „Der es en Schnüsseschwader.“ Schwätzer Spottname; „Schnüss“ = Mund, „Schwader“ = Schwätzer
Schoddel [ˈʃɔdəl] „Hol de Schoddel zum Esse.“ Schüssel „Schoddel“ = große Schale; oft für Salat oder Suppe
Schöhr [ʃøːʁ] „Et läjt Schöhr em Feld.“ Viele Erdklumpen „Schöhr“ = Klumpen, oft bei Ackerboden oder Stall
Scholsch [ˈʃɔlʃ] „Et es en Scholsch wie nix.“ Trockener Holzstiel „Scholsch“ = spröder Holzgriff; oft bei Werkzeugen
schömme [ˈʃøːmə] „Ich schömme mich wie nix.“ Schämen „Schömme“ = sich schämen; oft bei Kindern oder peinlichen Situationen
Schoollisch [ˈʃoːlɪʃ] „Et Schoollisch es widder undicht.“ undichter Wäschezuber Moselfränkisch für ausgetrocknetes Holzgefäß.
Schoolsch [ˈʃoːlʃ] „Et es en Schoolsch wie nix.“ Ausgetrocknetes Holzgefäß „Schoolsch“ = undichtes, sprödes Gefäß; oft bei alten Behältern
Schoosde [ˈʃoːstə] „Der Schoosde kummt morje.“ Schuhmacher Moselfränkische Form von „Schuster“; historischer Beruf
Schöpp [ʃœp] „Hol de Schöpp aus de Scheuö.“ Schaufel Moselfränkisch für Schaufel, oft im Stall oder Garten.
Schorfloch [ˈʃɔʁfˌlɔχ] „Mach dat Schorfloch zo.“ Luke zum Keller „Schorfloch“ = kleine Öffnung; oft bei Keller oder Stall
Schorjö [ˈʃɔʁjøː] „Der määt Schorjö met de Kutsch.“ Lohnfuhren durchführen Moselfränkisch für bezahlte Fuhrdienste.
Schörreskah [ˈʃœʁəsˌkaː] „Hol de Schörreskah.“ Schubkarre einfache Karre
Schorreskar [ˈʃɔʁəsˌkaʁ] „Hol de Schorreskar zum Lade.“ Schubkarre „Schorres“ = schieben, „Kar“ = Karren; klassisches Transportmittel
Schorresskaah [ˈʃɔʁəsˌkaː] „Hol de Schorresskaah vum Stall.“ Schubkarre mit Latten Moselfränkisch für einfache Karre mit Holzlatten.
schorrje [ˈʃɔʁjə] „Der schorrjt dat Schiff.“ Schiff beladen Fracht verstauen
Schoschdefäje [ˈʃɔʃdəˌfɛːjə] „Der Schoschdefäje kummt morje.“ Schornsteinfeger Spottname; oft liebevoll oder abergläubisch
Schötz [ʃœt͡s] „Der Schötz määt de Runde.“ Flurhüter Moselfränkisch für Feldhüter, oft ehrenamtlich.
Schpend [ʃpɛnt] „Et läjt Vorrat em Schpend.“ Vorratskammer „Schpend“ = Lagerraum; oft für Lebensmittel oder Geräte
schräch [ʃʁɛç] „Et jeiht schräch üvver et Feld.“ diagonal Moselfränkisch für schräg, quer.
Schrennö [ˈʃʁɛnə] „Ich hann Schrennö am Finger.“ aufgeplatzte Haut Moselfränkisch für rissige, offene Hautstellen.
Schroddele [ˈʃʁɔdələ] „Et jitt Schroddele met Budder.“ Bechamellkartoffel „Schroddele“ = cremiges Kartoffelgericht; oft bei Festen
schroddelisch [ˈʃʁɔdəlɪʃ] „Dat es schroddelisch wie nix.“ Alt „Schroddelisch“ = veraltet, abgenutzt; oft bei Kleidung oder Möbeln
schroh [ʃʁoː] „Bä es dad ä schroh Gläd.“ Hässlich „Schroh“ = unansehnlich; oft bei Kleidung oder Verhalten
schroh [ʃʁoː] „Dat es janz schroh.“ hässlich Moselfränkisch für unansehnlich, abwertend.
Schrohh [ʃʁoː] „Dat Kleid es schrohh.“ nicht schön Variante von „schroh“, oft für Kleidung oder Dinge.
Schtonn [ʃtɔn] „Et es schun en Schtonn her.“ Stunde Moselfränkische Form von „Stunde“; oft in Erzählungen
Schtroof [ʃtʁoːf] „Et jitt Schtroof wie nix.“ Strafe „Schtroof“ = Strafe; oft bei Kindern oder im Vereinsleben
Schtroos [ʃtʁoːs] „Et jitt en nei Schtroos em Ort.“ Straße Moselfränkische Form von „Straße“; oft in Flurnamen
Schüpp [ʃʏp] „Hol die Schüpp zum Lade.“ Schaufel „Schüpp“ = Werkzeug zum Schaufeln; oft bei Stall- oder Gartenarbeit
Schurbloch [ˈʃʊʁbˌlɔχ] „Et jitt en Schurbloch em Keller.“ Kellerloch „Schurb“ = schaben, „Loch“ = Öffnung; oft bei alten Häusern
Schuwelche [ˈʃuːvəlçə] „Do es e Schuwelche am Hang.“ kleines Stück Land Moselfränkisch für kleine Parzelle, oft privat genutzt.
Schuwelsche [ˈʃuːvəlʃə] „Et es e klei Schuwelsche.“ Kleines Feld Diminutiv von „Schuwel“ = Feld; oft bei Flurbezeichnungen
schwaadlabbe [ˈʃvaːdlabə] „Der es en schwaadlabbe.“ Schwätzer Moselfränkisch für Vielredner, oft spöttisch.
Schwaadschnüss / Schwadlabbe / Schwadronierer [ˈʃvaːtʃnʏs] / [ˈʃvaːdlapə] / [ˈʃvaːdʁoˌniːʁɐ] „Der es en Schwaadschnüss wie nix.“ Vielredner Spottname; für jemanden, der viel und gern redet – oft ohne Inhalt
Schwadö [ˈʃvaːdə] „Der schwadt wie en Politiker.“ viel reden Moselfränkisch für ausgiebiges Reden.
Schwaller / Maschores [ˈʃvalɐ] / [maˈʃɔʁəs] „Der Schwaller kummt widder.“ Schwätzer Spottname; „Maschores“ = Plauderer, oft mit jüdischem Ursprung
Schwalwe [ˈʃvalvə] „Et fliecht Schwalwe em Jass.“ Schwalbe „Schwalwe“ = Vogel; oft Frühlingssymbol
Schwarzmerl [ˈʃvaʁtsˌmɛʁl] „Et singt en Schwarzmerl em Boom.“ Amsel „Schwarzmerl“ = schwarzer Vogel; oft in Liedern oder Naturbeobachtung
Schwerö Lömbes [ˈʃveːʁə ˈlœmbəs] „Der es en schwerö Lömbes.“ schwerer Mensch Moselfränkisch für kräftige, schwerfällige Person.
senge [ˈzɛŋə] „Ich senge dich gleich.“ schlagen Moselfränkisch für hauen, oft scherzhaft oder drohend.
Sillesschröbbe [ˈzɪləsˌʃʁœbə] „Hol de Sillesschröbbe zum Schäle.“ Sparschäler „Silles“ = Schale, „Schröbbe“ = Schaber; Küchengerät
simmeläre / simmeliere [ˈzɪməlɛːʁə] / [ˈzɪməliːʁə] „Ich muss dat simmeläre.“ Überlegen „Simmeläre“ = nachdenken; oft bei Entscheidungen
Simmelerö [ˈzɪmələʁə] „Ich muss dat simmelerö.“ über etwas nachdenken Moselfränkisch für grübeln, überlegen.
söffsze [ˈzœfsə] „Et Wund es janz söffsze.“ feucht entzündete Wunde Moselfränkisch für nässende, entzündete Stelle.
Soft [zɔft] „Et jitt Soft met Wasser.“ Saft Moselfränkische Form von „Saft“; oft bei Apfel- oder Traubensaft
Somberich [ˈzɔmbəˌʁɪç] „Mir jonn üvver de Somberich.“ Sandberg Lokale Flurbezeichnung; oft bei Feld oder Weg
sosai nit su schinant [zoːˈzaɪ̯ nɪt zu ˈʃɪnant] „Sosai nit su schinant!“ Zier dich nicht Redewendung; „schinant“ = geziert, übertrieben
Spack [ʃpak] „Et es janz spack.“ es ist eng Moselfränkisch für eng, knapp.
spack [ʃpak] „Dat es spack wie nix.“ Etwas ist zu eng „Spack“ = eng, knapp; oft bei Kleidung oder Raum
Späje [ˈʃpɛːjə] „Et fehlt e Späje am Rad.“ Radspeiche „Späje“ = Teil des Rades; oft bei Reparatur oder Technik
Spak [ʃpak] „Dat Hemd es spak.“ eng Variante von „Spack“, oft für Kleidung.
Spauzekärze [ˈʃpaʊ̯tsəˌkɛʁtsə] „Et jitt Spauzekärze met Funke.“ Wunderkerze „Spauz“ = sprühen, „Kärze“ = Kerze; oft bei Festen
Speisfuel [ˈʃpaɪ̯sˌfuːl] „Hol de Speisfuel zum Mauer.“ Mörtelschultertragewanne „Speis“ = Mörtel, „Fuel“ = Tragewanne; Baugerät
Spengel [ˈʃpɛŋəl] „Pass op, do es en Spengel.“ kleine Stecknadel Moselfränkisch für kleine Nadel, oft im Haushalt.
Spengel [ˈʃpɛŋəl] „Hol e Spengel zum Flicken.“ Stecknadel „Spengel“ = kleine Nadel; oft bei Kleidung oder Basteln
Spetzbof [ˈʃpɛt͡sˌboːf] „Der Spetzbof es öm ed Haus geschlech.“ Dieb Spottname; „Spetz“ = spitz, „Bof“ = Bube → listiger Dieb
Spolli [ˈʃpɔli] „Ich hann de Spolli.“ Pik 7 (Joker) beim Pokern
Spretzö [ˈʃpʁɛt͡sə] „Et Spretzt üvverall.“ spritzen Moselfränkisch für Flüssigkeit verspritzen.
sprooche [ˈʃpʁoːçə] „Mir sprooche Platt.“ Sprechen Moselfränkische Form von „sprechen“; oft mit Stolz verwendet
staatz Framönsch [ˈʃtaːts ˈfʁaːmœnʃ] „Dat es en staatz Framönsch.“ Hübsche Frau „Staatz“ = stattlich, „Framönsch“ = Frau; oft bewundernd
Staibe Zwaag [ˈʃtaɪ̯bə ˈt͡svaːk] „Hol de Staibe Zwaag zum Stütze.“ Stütze „Staibe“ = steif, „Zwaag“ = Zweig → Holzstütze oder Hilfskonstruktion
Staibö [ˈʃtaɪ̯bə] „Ich muss misch staibö.“ stützen Moselfränkisch für sich abstützen, stabilisieren.
stäje [ˈʃtɛːjə] „Et stät do dran.“ stecken festhängen
Stiwwellsknecht [ˈʃtɪvɛlˌknɛçt] „Stell de Stiwwellsknecht parat.“ Stiefelausziehhilfe Moselfränkisch für Holzgestell zum Ausziehen von Stiefeln.
stoaksich [ˈʃtoːkzɪç] „Ich ben janz stoaksich.“ unbeweglich steif, fest
Stöb [ʃtøːp] „Et es voller Stöb em Eck.“ Staub „Stöb“ = feiner Staub; oft bei Hausputz oder Stallarbeit
Stobbe [ˈʃtɔbə] „Der Stobbe hüppt widder rum.“ Kleiner Kerl Diminutiv; oft liebevoll oder spöttisch für Kinder oder kleine Männer
Stoche [ˈʃtoːçə] „Leg noch Stoche nom Feuer.“ Holz nachlegen Variante von „stoche“, betont auf Nachlegen.
stoche [ˈʃtɔçə] „Ich muss de Ofen stoche.“ Ofen heizen Moselfränkisch für Feuer machen, anheizen.
Stoffel [ˈʃtɔfəl] „Der es en Stoffel wie nix.“ Unfreundlicher Spottname; „Stoffel“ = grober, unhöflicher Mensch
Stonn [ʃtɔn] „Et es schun en Stonn her.“ Stunde Moselfränkische Form von „Stunde“; oft in Erzählungen
strack [ʃtʁak] „Et jitt en stracke Wääje.“ Gerade „Strack“ = gerade, direkt; oft bei Wegen oder Haltung
strang hann [ʃtʁaŋ han] „Ich hann strang vor de Prüfung.“ Angst haben Moselfränkisch für Bammel, innere Anspannung.
stribbse [ˈʃtʁɪpsə] „Der hät jestribbst.“ stehlen Moselfränkisch für klauen, oft scherzhaft.
strieze [ˈʃtʁiːt͡sə] „Der striezt mich wie nix.“ Quälen „Strieze“ = ärgern, schikanieren; oft bei Kindern oder Streit
ströbbö (1) [ˈʃtʁœbə] „Der hät widder ströbbt.“ Tiere mit Schlingen fangen Moselfränkisch für Wilddieberei, heimliches Jagen.
ströbbö (2) [ˈʃtʁœbə] „Die ströbbt de Kirsche.“ Kirschen ohne Stiel ernten Moselfränkisch für schnelles Pflücken ohne Stiel.
Strof [ʃtʁoːf] „Et jitt Strof.“ Strafe Sanktion
Strof gekrischt [ʃtʁoːf gəˈkʁɪʃt] „Ich hann Strof gekrischt.“ Strafe bekommen bestraft worden
strömmst [ˈʃtʁœmst] „Ich ben janz strömmst.“ atemlos Moselfränkisch für keine Luft bekommen, z. B. bei Dampf.
strübbe [ˈʃtʁʏbə] „Mir strübbe de Äppel.“ Wildern / abstreifen / pflücken „Strübbe“ = unkontrolliert pflücken oder streifen; oft bei Obst oder Kleidung
strunze [ˈʃtʁʊnt͡sə] „Der strunzt widder wie nix.“ Angeben „Strunze“ = prahlen, sich wichtig machen; oft spöttisch
strunze [ˈʃtʁʊnt͡sə] „Der strunzt widder.“ angeben Moselfränkisch für prahlen, sich wichtig machen.
Stüffje [ˈʃtʏfçə] „Et es e klei Stüffje.“ Kleines Zimmer Diminutiv von „Stube“; oft bei älteren Häusern
stumbisch [ˈʃtʊmbɪʃ] „Dat Messer es stumbisch.“ Stumpf „Stumbisch“ = nicht scharf; oft bei Werkzeug oder Geschmack
Stüssel [ˈʃtʏsəl] „Hol de Stüssel zum Wasche.“ Wäschestampfer Moselfränkisch für Holzstampfer im Waschzuber.
Stüssel [ˈʃtʏsəl] „Hol de Stüssel.“ Stößel Stampfer
Stützjö [ˈʃtʏt͡sə] „Gib misch e Stützjö vum Koche.“ ein kleines Stück Diminutiv für Portion, liebevoll.
su öbbes [zuː ˈœbəs] „Dat es su öbbes wie nix.“ So etwas Redewendung; oft bei Überraschung oder Bewertung