Flur V
Flur V gehört zu den weitläufigsten und abwechslungsreichsten Bereichen der Kettiger Gemarkung. Zwischen Wäldchen, Hängen und alten Verbindungswegen finden sich hier zahlreiche markante Flurnamen – von der Noxhell über den Saffigerberg bis zum Judenkirchhof. Sie zeigen, wie vielfältig die Landschaft genutzt wurde und wie stark Geländeformen und historische Bezüge die Namensgebung geprägt haben.
Flur V – Blatt 1
Hinter dem Wäldchen.
Unter dem Wäldchen.
Im Wäldchen.
Flur V – (Blatt 1): Bedeutungen der Flurnamen
Hinter dem Wäldchen
„Hinter“ bezeichnet die vom Dorf aus gesehen rückwärtige Seite.
Wahrscheinlich: Parzellen auf der abgewandten Seite eines kleinen Waldstücks.
Unter dem Wäldchen
„Unter“ = tiefer gelegen, hangabwärts.
Wahrscheinlich: Flächen unterhalb eines kleinen Waldstücks, oft feuchter oder wiesiger.
Im Wäldchen
Sehr klar.
Wahrscheinlich: Ein kleines Waldstück oder eine baumreiche Parzelle, oft als Gemeinschafts- oder Niederwald genutzt.
Flur V – Blatt 2
Auf der Baulbach.
FLUR V – Blatt 2: Bedeutungen der Flurnamen
Auf der Baulbach
„Baulbach“ ist typisch rheinisch:
- Bach → Wasserlauf
- Baul / Bohl / Boll → kann auf Bohle, Boll (Erhöhung), Bollen (runde Steine) oder einen alten Personennamen zurückgehen.
Wahrscheinlich:
Ein Bachlauf oder die bachnahe Aue, evtl. mit steinigem oder erhöhtem Ufer.
Flur V – Blatt 3
Auf der Helle.
Flur V – Blatt 3: Bedeutung des Flurnamens
Auf der Helle
„Helle / Helle(n) / Höll / Höhl“ ist ein sehr alter rheinischer Geländename, der nicht zwingend etwas mit der religiösen „Hölle“ zu tun hat.
Er bezeichnet typischerweise:
- eine steile Hangkante,
- eine schattige oder felsige Böschung,
- eine enge Geländemulde,
- oder einen dunkleren, eingeschnittenen Abschnitt des Geländes.
Der Name taucht im Rheinland häufig dort auf, wo das Gelände abrupt abfällt, felsig ist oder durch Bewuchs stark beschattet wurde.
Wahrscheinlich:
Ein steiler oder schattiger Hangabschnitt innerhalb von Flur V, geprägt durch eine markante Geländekante oder eine dunklere, eingeschnittene Lage.
Flur V – Blatt 4
Auf’m Miesenheimerberg.
Im Flutgraben.
Auf’m Weyer.
Auf’m Schmalenacker.
Auf’m Kuckucksberg.
In der Noxhell.
Judenkirchhof.
Unter Eich.
Auf’m Mühlenbecher.
Schallmerich.
Flur V – Blatt 4: Bedeutungen der Flurnamen
Auf’m Miesenheimerberg
„Miesenheimerberg“ verweist auf die Richtung nach Miesenheim, dem Nachbarort.
„Berg“ bedeutet im rheinischen Sprachgebrauch:
- Hang,
- Erhebung,
- Höhenzug.
Wahrscheinlich:
Ein Hang- oder Höhenbereich in Richtung Miesenheim, topografisch deutlich ansteigend.
Im Flutgraben
„Flutgraben“ bezeichnet:
- einen künstlich angelegten Wassergraben,
- der bei Hochwasser oder Starkregen Überschusswasser ableiten sollte.
Solche Gräben sind typisch für alte Feldfluren.
Wahrscheinlich:
Ein feuchter Graben- oder Senkenbereich, der zur Wasserableitung diente.
Auf’m Weyer
„Weyer / Weiher“ bedeutet:
- Teich,
- Wasserbecken,
- oft ein Stauteich zur Bewässerung oder Fischhaltung.
Wahrscheinlich:
Ein Bereich bei einem alten Weiher oder Staubecken, möglicherweise ein erhöht liegender Randbereich.
Auf’m Schmalenacker
„Schmalenacker“ ist ein sehr direkter Flurname:
- schmale Ackerparzelle,
- langgezogen, oft zwischen zwei Wegen oder Gräben.
Wahrscheinlich:
Ein schmaler, länglicher Ackerstreifen, typisch für ältere Parzellenstrukturen.
Auf’m Kuckucksberg
„Kuckucksberg“ ist ein poetischer, alter Geländename.
Er kann bedeuten:
- Hügel oder Hang, an dem viele Vögel (Kuckucke) riefen,
- oder eine markante Erhebung, die im Volksmund so genannt wurde.
Wahrscheinlich:
Ein Hügel- oder Hangbereich, der durch Vogelreichtum oder eine auffällige Lage bekannt war.
In der Noxhell
„Noxhell / Noxhelle“ ist ein traditioneller Kettiger Flurname.
„Hell / Helle“ bedeutet:
- Hangkante,
- steile Böschung,
- schattige Geländemulde.
„Nox-“ könnte auf einen alten Namen oder eine dunklere, feuchte Lage hinweisen.
Wahrscheinlich:
Ein markanter Hang- oder Muldenbereich, der durch Schatten, Feuchtigkeit oder Bewuchs geprägt war.
Judenkirchhof
Historischer Begriff für:
- einen jüdischen Begräbnisplatz,
- oder eine Flur, die traditionell so genannt wurde, auch wenn keine sichtbaren Spuren mehr vorhanden sind.
Wahrscheinlich:
Ein historisch bedeutsamer Begräbnisort oder eine nach einem solchen benannte Flur.
Unter Eich
„Eich“ → Eiche oder Eichenbestand.
„Unter“ → tiefer gelegen, hangabwärts.
Wahrscheinlich:
Parzellen unterhalb eines Eichenhains oder einer markanten Einzel-Eiche.
Auf’m Mühlenbecher
„Mühlenbecher“ bezeichnet:
- eine Mulde oder Senke im Umfeld einer Mühle,
- oft ein Geländebecken, in dem Wasser gesammelt wurde.
Wahrscheinlich:
Ein tiefer liegender Bereich bei einer Mühle, geprägt durch eine natürliche oder künstliche Mulde.
Schallmerich
Ein alter, mundartlicher Flurname.
Er kann zurückgehen auf:
- einen Personennamen (z. B. Schallmer, Schallmersch),
- oder eine Geländebezeichnung, die im Dialekt verschliffen wurde.
Solche Namen markieren oft kleine, charakteristische Parzellen.
Wahrscheinlich:
Ein kleiner, markanter Geländeteil, vermutlich nach einem früheren Besitzer oder Anlieger benannt.
Flur V – Blatt 5
Auf der Noxhell.
Auf’m Saffigerberg.
In der Noxhell.
Flur V – Blatt 5: Bedeutungen der Flurnamen
Auf der Noxhell
Wie oben:
Ein Hangbereich, evtl. schattig oder mit Nussbäumen.
Auf’m Saffigerberg
Bezug zu Saffig.
Ein Hang oder Höhenzug Richtung Saffig.
Auf der Noxhelle
Variante von „Noxhell“.
Wahrscheinlich:
Ein Hangabschnitt derselben Geländestruktur.
In der Noxhell
Der innere, hangnahe Bereich der Noxhell.
Flur V – Blatt 6
Im Wäldchen.
Hinter dem Wäldchen.
Ober dem Wäldchen.
Auf der Herzememm.
Flur V – Blatt 6: Bedeutungen der Flurnamen
Im Wäldchen
„Wäldchen“ bezeichnet ein kleines Waldstück oder Gehölz, oft ein Restbestand früherer Niederwälder oder eine kleine Baumgruppe, die als Orientierungspunkt diente.
Wahrscheinlich:
Parzellen innerhalb oder direkt im Bereich dieses kleinen Waldstücks.
Hinter dem Wäldchen
„Hinter“ beschreibt die Lage vom Dorf aus gesehen auf der rückwärtigen Seite des Wäldchens.
Wahrscheinlich:
Flächen auf der abgewandten Seite des kleinen Waldstücks, oft etwas abgelegener oder weniger genutzt.
Ober dem Wäldchen
„Ober“ bedeutet höher gelegen, also hangaufwärts.
Wahrscheinlich:
Parzellen oberhalb des Wäldchens, auf einer leicht erhöhten Geländestufe.
Auf der Herzememm
„Herzememm / Herzemenn / Herzemann“ ist ein alter, mundartlicher Flurname, der vermutlich auf einen Personennamen zurückgeht (z. B. Herzmann, Herzemann).
Solche Namen markieren häufig:
- frühere Besitzflächen,
- alte Hofzugehörigkeiten,
- oder charakteristische Geländeteile, die nach einem Anlieger benannt wurden.
Wahrscheinlich:
Ein Hang- oder Geländeteil, der nach einem früheren Besitzer oder Nutzer namens Herzememm/Herzemann benannt wurde.