Vereinsleben & Kultur / Musik & Geselligkeit


Liederbuch Regensburger Liederkranz – Sammlung ausgewählter vierstimmiger Lieder (Zweiter Tenor), 26. Auflage, 1884

Datierung: 1884
Herausgeber: Verlag Alfred Coppenrath, Regensburg
Typ: vierstimmiges Chorliederbuch für Männergesang – Stimmausgabe Zweiter Tenor
Zustand: gut erhalten; deutliche Gebrauchsspuren; zahlreiche handschriftliche Ergänzungen im hinteren Teil

Inhalt und musikalische Funktion

Das Liederbuch enthält eine umfangreiche Sammlung vierstimmiger Männerchorlieder, wie sie im 19. Jahrhundert in Gesangvereinen, bürgerlichen Chören und kirchlichen Ensembles verbreitet waren.
Die Stimmausgabe Zweiter Tenor war für Sänger bestimmt, die die tragende Mittelstimme zwischen Tenor I und Bass übernahmen.

Typische Inhalte:

  • patriotische Lieder
  • Natur- und Wanderlieder
  • geistliche Gesänge
  • gesellige Vereinslieder
  • klassische Chorwerke des 19. Jahrhunderts

Am Ende des Buches finden sich handschriftlich eingetragene zusätzliche Lieder, vermutlich Stücke, die im Verein oder im Kirchenchor besonders geschätzt wurden oder im offiziellen Druck nicht enthalten waren.

Provenienz und persönliche Bedeutung

Das Buch gehörte zunächst Johann Hillesheim und später – oder parallel – seinem Sohn Peter Hillesheim.
Beide waren aktive Sänger:

  • im Männergesangverein,
  • und sehr wahrscheinlich auch im Kirchenchor.

Damit ist das Liederbuch nicht nur ein musikalisches Arbeitsinstrument, sondern ein persönliches Zeugnis der kulturellen und sozialen Aktivitäten der Familie Hillesheim. Die handschriftlichen Einträge zeigen, dass das Buch über viele Jahre im Gebrauch war und musikalisch „mitgewachsen“ ist.

Kultureller und historischer Kontext

Im 19. Jahrhundert erlebten Männergesangvereine eine enorme Blüte. Sie waren:

  • Orte der Geselligkeit,
  • Träger bürgerlicher Musikkultur,
  • Ausdruck lokaler Identität,
  • und wichtige soziale Netzwerke im Dorfleben.

Ein Liederbuch wie dieses war ein zentrales Arbeitsmittel jedes Sängers. Die hohe Auflagenzahl (26. Auflage!) zeigt die weite Verbreitung und Beliebtheit dieser Sammlung.

Museale Bedeutung

Das Liederbuch ist ein wertvolles Objekt der Rubrik „Vereinsleben & Kultur / Musik & Geselligkeit“, weil es:

  • die Musikpraxis eines dörflichen Männergesangvereins dokumentiert,
  • die Tradition des Chorsingens im 19. und frühen 20. Jahrhundert sichtbar macht,
  • durch die handschriftlichen Ergänzungen ein individuelles, lebendiges Zeugnis der Sänger ist,
  • und die kulturelle Kontinuität innerhalb der Familie Hillesheim zeigt.

Es verbindet musikalische Kulturgeschichte mit persönlicher Familiengeschichte – ein besonders ausdrucksstarkes Objekt.


Chrometta 12
– Mundharmonika mit Halbtonschalter

Datierung: vermutlich zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
Hersteller: Hohner, Trossingen
Typ: Chromatische Mundharmonika mit 12 Kanälen und Halbtonschalter
Material: Metallgehäuse mit Kunststoffelementen, rote Akzente
Zustand: gut erhalten, mit Gebrauchsspuren

Gestaltung und Funktion

Die Chrometta 12 ist eine chromatische Mundharmonika, die durch ihren Halbtonschalter das Spielen aller Tonarten ermöglicht. Mit 12 nummerierten Kanälen bietet sie einen erweiterten Tonumfang, ideal für Melodien, Solospiel und klassische Stücke.

Die Bauweise mit roten Akzenten und glänzendem Metallgehäuse ist typisch für Hohner-Modelle dieser Zeit – funktional, robust und mit klarem Design.

Kulturelle Einordnung

Mundharmonikas wie diese waren in vielen Haushalten präsent – ob als Einsteigerinstrument, Reisebegleiter oder Ausdruck von musikalischer Neugier. Die chromatische Variante ermöglichte anspruchsvolleres Spiel und wurde oft von Laienmusikern, Musiklehrern oder ambitionierten Hobbyspielern genutzt.

In Kettig und Umgebung gehörten solche Instrumente zur musikalischen Grundausstattung, sei es im privaten Rahmen, bei Vereinsabenden oder als Teil der musikalischen Früherziehung.

Museale Bedeutung

Die Chrometta 12 dokumentiert die Materialkultur des Musizierens, die Verbindung von Technik, Ausdruck und Alltag.

Sie steht für eine Zeit, in der Musik selbst gemacht wurde – mit Atem, Fingergefühl und einem Instrument, das in die Jackentasche passte. Ein Stück, das Klang und Erinnerung in sich trägt.