Flur XII

Die Flur XII liegt in einem Bereich, in dem sich alte Wege, kleine Wiesenstücke, Hanglagen und Waldsäume eng verzahnen. Viele der Namen beschreiben die Lage zu Wegen oder Waldstücken, andere verweisen auf traditionelle Nutzungsformen wie Mühlenbereiche, Weiden oder kleine Rodungsinseln. Insgesamt zeigt diese Flur eine feingliedrige, stark gegliederte Kulturlandschaft, in der Wege, Wiesen und Waldkanten die Orientierung bestimmen.

Flur XII – Blatt 1

In der Pfütze.
Vor dem Holz unterm Weg.
In der kleinen Wies.
Am Paarweidenweg.
Auf’m Mühlenbecher unterm Weg.
Unter Eich.
Auf der Wegscheid.

Flur XII (Blatt 1): Bedeutungen der Flurnamen

 

In der Pfütze

Ein sehr alter Geländename.
„Pfütze“ bezeichnet in Flurnamen nicht nur eine kleine Wasserstelle, sondern oft:

  • feuchte Senken,
  • vernässte Wiesen,
  • Quellmulden.
    Wahrscheinlich:
    Eine feuchte Geländemulde oder Wiese, die regelmäßig Wasser führte.

 

Vor dem Holz unterm Weg

„Holz“ → Waldstück.
„Vor“ → davor liegend, aus Dorfsicht.
„Unterm Weg“ → unterhalb eines Weges.
Wahrscheinlich:
Parzellen vor einem Waldstück, die unterhalb eines alten Weges lagen.

 

In der kleinen Wies

„Kleine Wies“ → eine kleine Wiesenfläche, im Vergleich zu einer größeren benachbarten.
Wahrscheinlich:
Eine kleine, klar abgegrenzte Wiese innerhalb von Flur XII.

 

Am Paarweidenweg

„Paarweide“ → alte Weidefläche.
Der „Paarweidenweg“ ist der Weg, der dorthin führte.
Wahrscheinlich:
Parzellen am Weg zur Paarweide, also an einem traditionellen Viehtriebweg.

 

Auf’m Mühlenbecher unterm Weg

„Mühlenbecher“ → Geländebecken oder Mulde bei einer Mühle.
„Unterm Weg“ → unterhalb eines Weges.
Wahrscheinlich:
Ein tiefer liegender Geländebereich bei einer Mühle, der unterhalb eines Weges lag.

 

Unter Eich

„Eich“ → Eiche oder Eichenbestand.
„Unter“ → tiefer gelegen.
Wahrscheinlich:
Parzellen unterhalb eines Eichenhains.

 

Auf der Wegscheid

„Wegscheid“ → Wegscheide, also Weggabelung oder Kreuzung zweier Wege.
Wahrscheinlich:
Ein Geländepunkt an einer alten Wegkreuzung, oft ein historischer Orientierungspunkt.

Flur XII – Blatt 2

Vor dem Holz ober’m Weg.
Auf’m Berg.
Auf’m Haar.
Auf dem Reeg.
Auf dem Kärlicherberg.

Flur XII – Blatt 2: Bedeutungen der Flurnamen

 

Vor dem Holz ober’m Weg

„Holz“ → Waldstück.
„Vor“ → davor liegend, aus Dorfsicht.
„Ober’m Weg“ → oberhalb eines Weges, also hangaufwärts.
Gegenstück zu „unterm Weg“.

Wahrscheinlich:
Ein oberhalb des Weges gelegener Bereich vor einem Waldstück, also eine Parzelle zwischen Weg und Waldrand, jedoch auf der höheren Geländestufe.

 

Auf’m Berg

„Berg“ bedeutet im rheinischen Sprachgebrauch:

  • Hang,
  • Erhebung,
  • Höhenzug,
    nicht zwingend ein hoher Berg.

Wahrscheinlich:
Ein höher gelegener Hang- oder Kuppenbereich, der sich deutlich vom umliegenden Gelände abhebt.

 

Auf’m Haar

„Haar / Hor / Har“ ist ein alter Geländename für:

  • schmalen Höhenrücken,
  • langgezogene Geländekante,
  • oft leicht bewaldet oder als Weide genutzt.

Wahrscheinlich:
Ein schmaler Höhenrücken, der die Flur strukturiert und als markante Geländelinie diente.

 

Auf dem Reeg

„Reeg / Rieg / Riege“ ist ein alter rheinischer Flurname und bedeutet:

  • Grenzlinie,
  • Rain,
  • Geländekante,
  • manchmal auch langer, schmaler Ackerstreifen.

Wahrscheinlich:
Ein länglicher Geländerücken oder Rain, der als natürliche oder historische Grenze diente.

 

Auf dem Kärlicherberg

„Kärlicherberg“ verweist auf die Richtung nach Kärlich.
„Berg“ → Hang oder Erhebung.

Wahrscheinlich:
Ein Hang- oder Höhenzug in Richtung Kärlich, der topografisch markant ansteigt und als Orientierungspunkt diente.