Flur IX

Die Flur IX liegt in einem Bereich, der stark von alten Wiesenstrukturen, Quellbereichen und traditionellen Wegen geprägt ist. Viele der Namen verweisen auf frühere Besitzer, natürliche Wasserstellen oder charakteristische Nutzungsformen wie Weiden und Wiesen. Andere spiegeln die Lagebeziehungen zu alten Wegen wider, die über Jahrhunderte die Bewirtschaftung und Orientierung in diesem Teil der Gemarkung bestimmt haben.
Insgesamt zeigt Flur IX eine feingliedrige Kulturlandschaft, in der Wasser, Wiesen und Wege eng miteinander verbunden sind.

Flur IX

Im Dietrichsborn.
In der vordersten Paarweide.
Unter dem Seibertswiesenweg.
An der Seibertswies.
Vorn unterm Keudelsweg.
Arenzwies.
Ober dem Seibertswiesenweg.
Vorn in der Seibertswies.
In der Seibertswies.
An der kleinen Wies.
Vor dem Holz.
Im Weispletz.
Im alten Born.

Flur IX: Bedeutungen der Flurnamen

 

Im Dietrichsborn

„Born“ bedeutet Quelle.
„Dietrich“ ist ein alter Personenname.
Wahrscheinlich:
Ein Quellbereich, der nach einem früheren Besitzer oder Anlieger namens Dietrich benannt wurde.

 

In der vordersten Paarweide

„Paarweide“ → Weidefläche, evtl. nach einem Besitzer oder nach Viehhaltung benannt.
„Vorderst“ → der dem Dorf am nächsten gelegene Teil.
Wahrscheinlich:
Die vorderste, dorfnahe Weidefläche eines größeren Weideareals.

 

Unter dem Seibertswiesenweg

„Seibertswiesenweg“ → Weg, der an den Seibertswiesen vorbeiführt.
„Unter“ → tiefer gelegen.
Wahrscheinlich:
Parzellen unterhalb des Weges, der die Seibertswiesen erschließt.

 

An der Seibertswies

„Seibertswies“ → Wiese eines Besitzers namens Seibert.
Wahrscheinlich:
Flächen direkt an dieser historischen Wiese.
Seibert / Seiberts / Seibertswies / Seibertswiesenweg sind klassische rheinische Besitzernamen.
• Seibert ist ein sehr alter, weit verbreiteter Familienname im Rheinland.
• In Flurnamen bedeutet er fast immer:
→ „die Wiese des Seibert“
→ „der Weg, der zur Wiese des Seibert führt“
→ „das Land, das Seibert gehörte“
Wahrscheinlich:
Ein früherer Besitzer oder Pächter namens Seibert hatte dort Wiesen oder Land, das später nach ihm benannt wurde.
Solche Namen bleiben oft über Jahrhunderte bestehen, selbst wenn der Hof längst verschwunden ist.

 

Vorn unterm Keudelsweg

„Keudelsweg“ → alter Wegname.
„Vorn“ → dorfnahe Seite.
„Unterm“ → unterhalb des Weges.
Wahrscheinlich:
Die vorderen, tiefer gelegenen Parzellen unterhalb des Keudelswegs.

Auch Keudel / Keudels / Keudelsweg ist typisch für einen Personen- oder Hofnamen.

  • „Keudel“ ist ein historischer Familienname, der im Mittelrheinischen und im Moselraum belegt ist.
  • Ein „Keudelsweg“ ist daher fast sicher:
    „der Weg, der zum Hof des Keudel führte“
    → oder „der Weg, der an Keudels Land vorbeiführt“

Wahrscheinlich:
Ein alter Hof oder ein Grundstück eines Mannes namens Keudel lag an diesem Weg.
Der Wegname blieb erhalten, auch wenn der Hof selbst vielleicht längst verschwunden ist.

 

Arenzwies

„Arens / Arentz / Arenz“ → sehr verbreiteter Familienname im Rheinland.
„Wies“ → Wiese.
Wahrscheinlich:
Eine Wiese, die einem Arenz gehörte oder nach ihm benannt wurde.

 

Ober dem Seibertswiesenweg

„Ober“ → höher gelegen.
Wahrscheinlich:
Parzellen oberhalb des Weges, der die Seibertswiesen erschließt.

 

Vorn in der Seibertswies

„Vorn“ → dorfnahe Seite.
Wahrscheinlich:
Der vordere Teil der Seibertswiese, näher am Dorf oder am Hauptweg.

 

In der Seibertswies

Der Hauptbereich der Seibertswiese, benannt nach einem früheren Besitzer Seibert.

 

An der kleinen Wies

„Kleine Wies“ → eine kleine Wiesenfläche, vermutlich im Vergleich zu einer größeren benachbarten Wiese.
Wahrscheinlich:
Parzellen direkt an dieser kleinen Wiese.

 

Vor dem Holz

„Holz“ → Wald, Gehölz.
„Vor“ → davor liegend, aus Dorfsicht.
Wahrscheinlich:
Flächen vor einem Waldstück, also am Waldrand oder unmittelbar davor.

 

Im Weispletz

„Pletz / Platz / Pletsch“ → kann auf Platz, ebene Fläche oder Lichtung hinweisen.
„Weis“ → möglicherweise Wiese, Weiß- (heller Boden) oder ein alter Name.
Wahrscheinlich:
Eine lichte, ebene Fläche, die als Wiesenplatz genutzt wurde.

 

Im alten Born

„Born“ → Quelle.
„Alt“ → ältere, ursprüngliche Quelle.
Wahrscheinlich:
Ein alter Quellbereich, der schon früh genutzt oder bekannt war.