Käse-Windbeutel wie anno dazumal – fluffig, frech und voller Geschichte

Dieses Rezept stammt aus dem handgeschriebenen Kochbuch von Anna Rausch, geb. Kerwer, um das Jahr 1914 – also aus einer Zeit, in der man noch ohne Küchenmaschine, Thermomix und Internet wusste, wie guter Teig funktioniert. Ihre Käse‑Windbeutel sind kleine, goldbraune Wolken, die beim Backen fast so sehr aufgehen wie die Geschichten, die man dazu erzählen könnte. Außen knusprig, innen weich und herzhaft – und garantiert ein Rezept, das schon damals für „Oh!“ und „Ah!“ am Tisch gesorgt hat.

Und das Schönste: Die Zubereitung ist herrlich bodenständig. Wasser und Butter werden aufgekocht, Mehl eingerührt, bis sich der Teig vom Topf löst – ein Moment, den man fast hören kann. Dann kommt reichlich Parmesan dazu, ein bisschen Salz, ein Hauch weißer Pfeffer und eine ordentliche Portion Eier. Im heißen Fett backen die Windbeutel zu goldenen, duftenden Bällchen auf, die man traditionell mit frischer Petersilie servierte.

Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Anna diese Windbeutel für besondere Anlässe zubereitete – vielleicht für Besuch, vielleicht für einen Sonntag, an dem man sich etwas gönnen wollte. Ein Rezept, das zeigt, wie viel Genuss in einfachen Zutaten steckt und wie viel Herz in den Küchen von damals.

Zutatenliste für Käse‑Windbeutel (nach Anna Rausch, ca. 1914)

Originalangabe Moderne Menge
½ Pfund Wasser ca. 250 ml Wasser
½ Pfund Butter ca. 250 g Butter
¼ Pfund Mehl ca. 125 g Mehl
2 Obertassen geriebener Parmesan ca. 150–180 g Parmesan (je nach Tassengröße)
Salz nach Geschmack ca. ½–1 TL Salz
Etwas weißer Pfeffer 1 Prise
3 ganze Eier 3 Eier (Größe M)
3 Eigelb 3 Eigelb
Fett zum Ausbacken z. B. Butterschmalz oder Pflanzenfett
Petersilie zum Servieren 1–2 EL gehackte Petersilie

Zubereitung der Käse Windbeutel

½ Pfund Wasser wird mit ½ Pfund Butter aufgekocht.
Dann schüttet man ¼ Pfund Mehl hinein und rührt solange bis sich die Masse vom Topfe löst.
Nach dem Abkühlen thut man 2 Obertassen voll geriebenem Parmesankäse dazu. Salz nach Geschmack. Etwas weißen Pfeffer 3 ganze Eier 3 Eigelb rührt alles gut durch und backt die Windbeutel im heißen Fett schön gelb. gibt sie mit Petersilie zu Tisch.

Käse‑Windbeutel – moderne Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung

1. Teiggrundlage herstellen

  • Wasser und Butter in einem Topf aufkochen.
  • Sobald die Mischung sprudelnd kocht, das Mehl auf einmal hineinschütten.
  • Mit einem Holzlöffel kräftig rühren, bis sich der Teig als glatter Kloß vom Topfboden löst.
  • Den Teig in eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen, bis er nur noch lauwarm ist.

2. Käse und Gewürze einarbeiten

  • Den geriebenen Parmesan unter den abgekühlten Teig mischen.
  • Salz nach Geschmack und eine Prise weißen Pfeffer hinzufügen.

3. Eier unterrühren

  • Zuerst die 3 ganzen Eier nacheinander gründlich einarbeiten.
  • Anschließend die 3 Eigelb unterrühren, bis eine glatte, geschmeidige Masse entsteht.
    (Der Teig darf zäh sein, aber nicht trocken.)

4. Ausbacken

  • Fett (z. B. Butterschmalz oder Pflanzenfett) in einem Topf oder einer Fritteuse auf ca. 170–180 °C erhitzen.
  • Mit zwei Teelöffeln kleine Teigportionen abstechen und vorsichtig ins heiße Fett gleiten lassen.
  • Die Windbeutel goldgelb ausbacken, dabei gelegentlich wenden.
  • Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

5. Servieren

  • Mit frisch gehackter Petersilie bestreuen.
  • Am besten sofort heiß genießen – dann sind sie außen knusprig und innen wunderbar weich und käsig.