Die kleine Geschichte eines römischen Ortes in den Kettiger Fluren

Es beginnt wie so oft: mit ein paar Scherben, einem Ziegelfragment, einem Stück Estrich. Doch wer die Kettiger Fluren kennt, weiß: Hier erzählt der Boden Geschichten — leise, aber beharrlich — für jene, die bereit sind zuzuhören.

Stell dir den Ort vor, irgendwann im 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus. Ein Stück Land am Bach, unscheinbar heute, doch einst voller Leben.

Ein römisches Gebäude steht hier. Massiv. Gut gebaut.

Sein Dach trägt Tegulae und Imbrices, jene Ziegel, deren Fragmente heute wieder ans Licht kommen. Die drei zusammengehörigen Imbrex‑Scherben (Fund 61) sind wie ein Satz, der nach Jahrhunderten wiedergefunden wurde. Das Tegula‑Fragment aus dem „Görgenborn“ fügt sich an wie ein zweites Kapitel derselben Geschichte.

Im Inneren liegt ein sorgfältig angelegter Boden – opus signinum.

Der Estrich (Fund 42, 43 & 62) ist kein Zufallsprodukt. Opus signinum baut man nicht in eine Hütte. Es ist der Boden eines Raumes, der genutzt, betreten, gepflegt wurde — ein Raum, der Bedeutung hatte.

Und dann taucht etwas auf, das alles verändert: ein runder Hypokaustziegel.

Der Hypokaustziegel (Fund 20) ist ein stiller Hinweis auf Wärme, auf Komfort, auf römische Lebensart. Warme Luft strömte einst unter dem Boden, durch kleine Pfeiler, durch Hohlräume — ein Luxus, den man nicht in eine Scheune setzt.

Er erzählt von Menschen, die wussten, wie man wohnt, wie man baut, wie man lebt.

Ein besonders stiller, aber eindrucksvoller Fund: farbig gefasster Wandputz.

Der Putz (Fund 41) stammt aus Räumen, die man bewusst gestaltet hat:

mit Rot, Ocker, Weiß, mit glatten, sorgfältigen Oberflächen, vielleicht sogar mit einfachen Malereien.

Er ist ein Hauch von Schönheit, ein Rest von Farbe in einer Welt, die längst verblasst ist.

Er sagt: Hier gab es Räume, die mehr waren als funktional. Räume, die repräsentierten. Räume, die erzählten, wer hier lebte.

Der Haushalt arbeitet, kocht, lebt – und mahlt.

Das Basalt‑Mahlsteinfragment (Fund 21) ist ein Zeuge des Alltags. Basalt aus der Eifel, überregional gehandelt, schwer, beständig, unverzichtbar.

Es spricht von Getreide, von Mahlgeräuschen, von Brot und Arbeit. Von einem Haushalt, der sich selbst versorgte.

Ein Mahlstein ist kein Luxus — aber er ist ein Zeichen von Dauerhaftigkeit.

Und dann liegt da etwas Kleines, aber dennoch Auffälliges: Bronzeapplikationen.

Nicht weil Bronze selten gewesen wäre — im Gegenteil, Bronze war ein alltägliches Material der römischen Zeit — sondern weil ihre Form und Verarbeitung ins Auge fallen:

  • florale Applikationen mit Eisenkern (Fund 17 & 18),

  • eine gerippte Bronzeapplikation, etwa so groß wie eine Billardkugel (Fund 15).

Die Archäologen aus Koblenz betonten jedoch, dass nicht sicher ist, ob diese Stücke tatsächlich aus der römischen Zeit stammen. Vielleicht gehörten sie zu Möbeln, Truhen oder Beschlägen — vielleicht aber auch zu einem späteren Objekt, das zufällig in denselben Boden gelangte.

Bronze verliert man nicht zufällig. Doch ob diese Stücke Teil des römischen Haushalts waren oder erst später in die Erde gelangten, bleibt eine der kleinen offenen Fragen, die der Boden nicht eindeutig beantwortet.

Es gibt auch feineres Geschirr.

Terra Sigillata (Fund 38 & 60) – ein hochwertiges, aber im römischen Alltag weit verbreitetes Tafelgeschirr. Dazu ein dünnwandiges Glasgefäß (Fund 37 & 64) – vielleicht einst genutzt für Öl, Parfüm oder medizinische Substanzen.

Diese Funde zeigen, dass hier Menschen lebten, die Zugang zu typischen römischen Alltagswaren hatten.

Und irgendwann endet die Geschichte.

Das Dach bricht ein. Der Estrich reißt. Der Hypokaust verstummt. Der farbige Putz fällt von den Wänden. Die Bronze löst sich von dem, was sie einst schmückte. Der Mahlstein bricht. Die Gefäße zerspringen.

Die Scherben sinken in den Boden, werden verschoben, überpflügt, vergessen — bis jemand sie wiederfindet.

Und Jahrhunderte später stehen wir dort, bücken uns, und halten die Fragmente eines Lebens in der Hand, das längst vergangen ist.

Was man aus all dem sicher sagen kann

In einem eng begrenzten Bereich der Kettiger Fluren befand sich:

  • ein römisches Gebäude,
  • mit gedecktem Dach,
  • festem Innenboden,
  • Hypokaust‑Heizung,
  • farbig gestalteten Innenräumen,
  • hochwertiger Bronzeausstattung,
  • Mahlstein für Getreideverarbeitung,
  • Koch‑ und Vorratskeramik,
  • Importwaren,
  • Tafelgeschirr,
  • Glasgefäßen.

Das ist nicht nur ein Streufundfeld. Das ist ein Siedlungsplatz. Sehr wahrscheinlich ein kleiner römischer Gutshof (villa rustica) oder ein repräsentativer Teil eines solchen Hofes.

🖋️ Autor Toni H.
Recherchen, Archivarbeit, Fotos & Text
Kettiger Heimatkundler


Funde aus der Flur "Im Görgenborn"

Römische Keramik, Glas, Metallobjekte und Baureste aus dem 2.–4. Jh. n. Chr., geborgen durch Heimatforscher Andreas Utsch aus Neuwied und fachlich bestimmt durch die Landesarchäologie Koblenz. Die Funde belegen eine römische Nutzung des Areals und zeigen Alltagskultur, Architektur und Landwirtschaft der Region.

Die Funde sind über viele Jahre hinweg zusammengetragen und nach und nach bei der Landesarchäologie eingereicht worden. Jede Einreichung wurde dort einzeln geprüft und dokumentiert.

Weitergehende Recherchen sowie die ausführlichen Texte zu den einzelnen Funden wurden unter Zuhilfenahme einer KI erstellt. Die Hauptinformationen stammen selbstverständlich aus den offiziellen Fundmeldungen und den Bestimmungsergebnissen der Landesarchäologie Koblenz.


Grundwerke zur römischen Keramikforschung

„Die Keramik des Kastells Niederbieber“ (MRK, Band 1, 1914)

Der Band bietet eine umfassende wissenschaftliche Darstellung der Keramikfunde aus dem römischen Kastell Niederbieber. Enthalten sind:

  • Ein ausführliches Vorwort mit Forschungsrahmen und Zielsetzung

  • Eine detaillierte Inhaltsübersicht über alle behandelten Themenbereiche

  • Ein Literaturverzeichnis der wichtigsten archäologischen Werke, die im Text häufig zitiert werden (S. 1–10)

  • Eine umfangreiche Einleitung (S. 11–80) zur Fundstelle, Typologie, Datierung und Methodik der Keramikanalyse

  • Der Hauptteil „Die Gefäßformen“ mit systematischer Beschreibung der Keramiktypen, ergänzt durch Tafeln I–IX mit Abbildungen der Funde

  • Maßstab/Farbkeil für wissenschaftlich korrekte Nutzung der Tafeln

Der Band ist seit 2018 online zugänglich und wurde zuletzt 2023 aktualisiert .

🔗 Direktlink: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/oelmann1914


"Die Keramik des Kastells Alzei" (Unverzagt 1916)

Der Band von Wilhelm Unverzagt (1916) bietet eine der frühesten systematischen Gesamtdarstellungen der Keramikfunde aus dem spätrömischen Kastell Alzey. Er enthält:

  • eine wissenschaftliche Typologie der Gefäßformen (u. a. rauwandige Drehscheibenware)

  • Tafeln mit Zeichnungen der Grundtypen (z. B. Typ 28, 29, 30 …)

  • Fundkontexte und Datierungsansätze zur spätantiken Nutzung des Kastells

  • Hinweise zur regionalen Keramikproduktion und zu überregionalen Verbindungen

  • eine frühe archäologische Dokumentation, die bis heute als Referenz genutzt wird

Der Band ist vollständig digitalisiert über die Universitätsbibliothek Heidelberg zugänglich.

🔗 Direktlink zum Digitalisat: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/unverzagt1916


"Bonner Jahrbücher" 96/97 (1895)

Die Doppelnummer 96/97 (1895) der Bonner Jahrbücher enthält eine Reihe bedeutender Beiträge zur provinzialrömischen Archäologie. Besonders hervorzuheben ist der umfangreiche Aufsatz von Hans Dragendorff, der die wissenschaftliche Erforschung römischer Feinkeramik entscheidend geprägt hat.

Schwerpunkt: Hans Dragendorff – „Terra sigillata. Ein Beitrag zur Geschichte der griechischen und römischen Keramik“

Dragendorffs Beitrag (S. 18–155) bildet den Grundstein der modernen Terra‑Sigillata‑Forschung. Er führt darin:

  • die erste systematische Typologie römischer Sigillata‑Gefäße ein,

  • entwickelt die bis heute verwendeten Formnummern (z. B. Dragendorff 37),

  • beschreibt Herstellungszentren, Verbreitung und Chronologie,

  • und legt damit die Basis für alle späteren typologischen und chronologischen Arbeiten.

Der Artikel ist vollständig digitalisiert über die UB Heidelberg zugänglich.

🔗 Direktlink zur Ausgabe (mit Dragendorff‑Artikel): https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bjb/issue/view/2968

https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bjb/article/view/31276/24977


Fund Nr. 15 – Gerippte Bronzeapplikation (römische Kaiserzeit)

Objektbeschreibung

Bei Fund Nr. 15 handelt es sich um eine massive, halbkugelige Bronzeapplikation mit deutlich ausgeprägter vertikaler Riefung. Das Objekt besitzt:

  • eine gerippte Außenseite

  • eine ausgebrochene, unregelmäßige Öffnung oben

  • innen deutliche Kupferkorrosion (grün-blau)

  • einen quadratischen bzw. rechteckigen Ansatz im Inneren, der auf eine Befestigung hinweist

Die Form erinnert an zierliche Beschläge, wie sie an Holzkisten, Möbeln, Riemen, Gefäßen oder Eisenkesseln angebracht wurden.

Material

Bronze (Kupferlegierung) mit starker Patina.

Datierung

Römische Kaiserzeit (2.–4. Jh. n. Chr.) Die typischen Merkmale – Material, Riefung, Befestigungsansatz – entsprechen römischen Zier- und Funktionsbeschlägen, wie sie im Neuwieder Becken häufig vorkommen.

Fundumstände

Der Fund stammt aus der Kettiger Flur Görgenborn und wurde beim Pflügen durch einen örtlichen Landwirt freigelegt. Geborgen durch Andreas Utsch (Neuwied) und anschließend der Landesarchäologie Koblenz zur Bestimmung vorgelegt.

Interpretation

Die Applikation diente vermutlich als:

  • Zierbeschlag an einem Holzgefäß oder Möbelstück

  • Henkel- oder Kesselapplikation

  • Verstärkungselement an einem römischen Haushaltsgegenstand

Solche Beschläge sind typische Begleitfunde römischer Siedlungsplätze und deuten auf gehobene Ausstattung im Umfeld eines römischen Hofes oder Gebäudes hin.


Fund Nr. 16 – Eisenobjekt (uneindeutig)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 16 ist ein stark korrodiertes Eisenobjekt, dessen ursprüngliche Form nur noch teilweise erkennbar ist. Das Stück zeigt:

  • eine L‑förmige bzw. abgewinkelte Grundform

  • eine massive, kompakte Eisenstruktur

  • eine vollständige Oberflächenkorrosion mit tiefem Rostfraß

  • unregelmäßige Bruchkanten, die auf eine Fragmentierung hindeuten

Die Form lässt an ein technisches oder funktionales Bauteil denken, etwa:

  • ein Beschlagfragment,

  • ein Teil eines Werkzeugs,

  • oder ein Eisenwinkel aus einem größeren Objekt.

Aufgrund des Erhaltungszustands ist eine eindeutige Ansprache nicht möglich.

Material

Eisen, vollständig korrodiert.

Datierung

Uneindeutig, jedoch im Kontext der übrigen Funde aus Görgenborn sehr wahrscheinlich römische Kaiserzeit. Die Landesarchäologie führt vergleichbare Stücke in der Kategorie:

„Fe‑Objekt – Eisenobjekt – uneindeutig“

Interpretation

Das Objekt gehört zu den typischen Eisenkleinfunden, die in römischen Siedlungsbereichen häufig auftreten. Es könnte zu einem Haushaltsgerät, einem Bau- oder Möbelbeschlag, einem Werkzeugfragment oder einem technischen Verbindungselement gehört haben.


Fund Nr. 17 & 18 – Florale Bronzeapplikationen mit Eisenkern

Objektbeschreibung

Die Funde Nr. 17 und 18 bestehen aus zwei massiven Bronzeapplikationen in blattförmiger, floraler Gestaltung. Beide Stücke zeigen:

  • eine deutlich ausgearbeitete Mittelrippe und seitliche Blattadern

  • eine plastische, reliefartige Oberfläche

  • einen Eisenkern im Inneren, der der Befestigung diente

  • eine blattähnliche, organische Form, wie sie für dekorative Metallbeschläge typisch ist

Die beiden Applikationen unterscheiden sich leicht in Größe und Proportion, gehören jedoch stilistisch eindeutig zusammen oder stammen aus demselben Funktionsbereich.

Material

Bronze mit Eisenkern, korrodiert.

Datierung

Ggf. römische Kaiserzeit möglich Die Landesarchäologie stuft beide Stücke als uneindeutig, aber im römischen Kontext plausibel ein.

Interpretation

Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Zier- oder Funktionsbeschläge, wie sie an:

  • Kesseln,

  • Gefäßhenkeln,

  • Holzkisten,

  • Möbeln oder anderen römischen Alltagsobjekten angebracht wurden.

Die florale Gestaltung ist typisch für römisches Kunsthandwerk und verweist auf dekorative Nutzung


Fund Nr. 20 – Fragment eines runden Hypokaustziegels

Objektbeschreibung

Fund Nr. 20 ist ein Fragment eines runden Hypokaustziegels, also eines Bauteils aus einem römischen Warmluft‑Heizsystem. Das Stück zeigt:

  • eine poröse, grob gemagerte Keramikstruktur, typisch für technische Ziegel

  • eine unregelmäßige Bruchkante, die den ursprünglichen runden Querschnitt erkennen lässt

  • eine gelblich‑braune bis ockerfarbene Oberfläche

  • deutliche Brand- und Nutzungsspuren, wie sie bei Heizbauteilen üblich sind

Hypokaustziegel wurden in römischen Gebäuden verwendet, um warme Luft unter Böden oder in Wänden zu leiten.

Material

Keramik (grob gemagert, technisch gebrannt).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment gehört zu einem runden Hypokaustbauteil, das Teil eines römischen Heizsystems war. Solche Ziegel wurden in Badeanlagen, Wohnhäusern und Gutshöfen verbaut und sind ein klarer Hinweis auf römische Architektur und gehobene Wohnkultur.

Wolfgang Sauber: Runder Hypokaustziegel aus dem Römermuseum Wien (2.–3. Jh.). Datei: Vindobona Hoher Markt – Hypokaustziegel 1.jpg. Aufgenommen am 3. Juni 2011 . Eigenes Werk (Urheberangabe) . Lizenziert unter: GNU Free Documentation License 1.2 oder später, CC BY‑SA 3.0 / 2.5 / 2.0 / 1.0 (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen) Quelle: Wikimedia Commons URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vindobona_Hoher_Markt_-_Hypokaustziegel_1.jpg (commons.wikimedia.org in Bing)


Fund Nr. 21 – Mahlsteinfragment (Basalt, Läufer)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 21 ist ein Fragment eines römischen Mahlsteins, genauer eines Läufers (der beweglichen oberen Steinscheibe einer Handmühle). Das Stück zeigt:

  • eine raue, poröse Basaltstruktur, typisch für römische Mühlsteine

  • schräg verlaufende Rillen bzw. Riefen, die zur Mahlwirkung dienten

  • eine gebrochene, unregelmäßige Kante, die den ursprünglichen runden Stein nur noch erahnen lässt

  • eine sandig‑gelbliche Oberfläche mit deutlicher Nutzungsspuren

Die diagonalen Rillen sind charakteristisch für die Arbeitsfläche eines Läufers, der über den Bodenstein gedreht wurde, um Getreide zu mahlen.

Material

Basalt (regional typisch, z. B. aus der Eifel).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment stammt von einer römischen Handmühle (Mola), wie sie in Haushalten, Hofstellen und Siedlungen alltäglich genutzt wurde. Die Riefung diente dazu, das Korn effizient zu zerreiben und gleichzeitig das Mehl nach außen zu transportieren.

Mahlstein – Wikipedia

Lobdengau-Museum Ladenburg: Römischer Mühlstein aus Basaltlava, hergestellt 100–200 n. Chr., gefunden 1968 in der Eponastraße 15, Ladenburg. museum-digital:baden-württemberg, Objekt-ID 143400. Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 (Creative Commons Attribution–NonCommercial–ShareAlike 4.0 International). Quelle: https://bawue.museum-digital.de/object/143400


Fund Nr. 22 – Keramikfragment eines Deckelfalztopfes (Niederbieber 89)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 22 ist ein Wandungsfragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Niederbieber 89, einer weit verbreiteten Gefäßform des 2.–3. Jahrhunderts n. Chr. Das Fragment zeigt:

  • eine rau gearbeitete, sandige Scherbenstruktur

  • schräg verlaufende Rillen bzw. Riefen, typisch für die Außengestaltung dieser Gefäßform

  • eine gebrochene Kante, die den ursprünglichen Gefäßkörper nur noch andeutet

  • eine hellbraune bis ockerfarbene Oberfläche, wie sie für regionale Gebrauchskeramik typisch ist

Der Typ Niederbieber 89 gehört zu den häufigsten Koch- und Vorratsgefäßen der römischen Kaiserzeit im Rheinland.

Material

Keramik (rau- bis mittelgrob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe wie dieser wurden im römischen Alltag als Kochgefäße, Vorratsbehälter oder Mehrzweckgefäße genutzt. Die charakteristische Riefung diente sowohl der Griffigkeit als auch der Wärmeverteilung beim Kochen.


Fund Nr. 23 – Keramikfragment eines Deckelfalztopfes (Niederbieber 89)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 23 ist ein Keramikfragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Niederbieber 89, einer weit verbreiteten Gefäßform des 2.–3. Jahrhunderts n. Chr. Typische Merkmale dieses Gefäßtyps sind:

  • ein ausgeprägter Deckelfalz, in dem ein passender Deckel geführt wurde

  • eine robuste, dickwandige Gefäßform

  • eine rau gearbeitete Oberfläche, oft mit feiner Schrägriefung

  • eine hell- bis mittelbraune Scherbenfarbe, abhängig von Ton und Brand

Da nur ein Fragment vorliegt, sind die typischen Merkmale nur teilweise erhalten, die Form ist jedoch eindeutig bestimmbar.

Material

Keramik (rau- bis mittelgrob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe wie dieser wurden im römischen Alltag als Koch- und Vorratsgefäße genutzt. Der Deckelfalz ermöglichte ein sauberes, dichtes Aufsetzen eines Deckels, was das Kochen und Warmhalten erleichterte.

Oelmann, Franz: Die Keramik des Kastells Niederbieber. In: Materialien zur römisch-germanischen Keramik, Bd. 1, Frankfurt a. M. 1914, S. 72. Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg. DOI: https://doi.org/10.11588/diglit.42906 Direktlink zur Seite: https://doi.org/10.11588/diglit.42906#0085 (doi.org in Bing) © Universitätsbibliothek Heidelberg.


Fund Nr. 24 – Terra‑Sigillata‑Fragment (Form Curle 11?)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 24 ist ein Fragment römischer Terra Sigillata, einer hochwertigen, rotglänzenden Feinkeramik, die im gesamten Römischen Reich verbreitet war. Das Fragment zeigt:

  • eine fein geschlämmte, rotbraune Oberfläche

  • einen glatten Wandungsbereich mit leichtem Glanz

  • eine gekrümmte Form, die auf ein Gefäß mittlerer Größe hinweist

  • eine erhöhte Leiste / Kante, typisch für Rand- oder Schulterpartien

  • eine feinporige, harte Scherbenstruktur, charakteristisch für Sigillata-Ware

Die Form wird von der Landesarchäologie als Curle 11? angesprochen – ein typisches, leicht ausladendes Gefäßprofil aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.

Material

Feinkeramik (Terra Sigillata).

Datierung

Römische Kaiserzeit Wahrscheinlich 2. Jahrhundert n. Chr.

Interpretation

Terra Sigillata war die Tafelkeramik der römischen Gesellschaft – hochwertig, fein gearbeitet und oft importiert. Das Fragment gehört vermutlich zu einer Schale oder einem Becher, wie sie im Alltag, aber auch in gehobenen Haushalten genutzt wurden.

AgTigress: Profile drawing of samian form Curle 11. Late 1st to early 2nd century AD. Eigenes Werk, 12. September 2010. Lizenz: CC BY‑SA 3.0 (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert) Quelle: Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Samian_form_Curle_11.jpg (commons.wikimedia.org in Bing)


Fund Nr. 25 – Keramikfragment eines Deckelfalztopfes (Niederbieber 89)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 25 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Niederbieber 89, einer weit verbreiteten Gefäßform des 2.–3. Jahrhunderts n. Chr. Das Fragment zeigt:

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe

  • eine deutlich ausgeprägte Kante, die den typischen Deckelfalz erkennen lässt

  • eine hellbraune bis ockerfarbene Oberfläche

  • eine leicht gekrümmte Form, die auf den Gefäßkörper verweist

  • eine grob gemagerte Keramikstruktur, typisch für römische Gebrauchskeramik

Der Deckelfalz diente dazu, einen passenden Deckel sicher zu führen und das Gefäß beim Kochen oder Aufbewahren zu verschließen.

Material

Keramik (grob gemagert, römische Gebrauchskeramik).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe des Typs Niederbieber 89 waren Alltagsgefäße in römischen Haushalten. Sie wurden zum Kochen, Aufbewahren und Erwärmen genutzt und gehören zu den häufigsten Keramikformen im Rheinland.


Fund Nr. 26 – Keramikfragment (Niederbieber 111)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 26 gehört zu einem römischen Keramikgefäß des Typs Niederbieber 111, einer charakteristischen Form der römischen Gebrauchskeramik. Typische Merkmale dieses Gefäßtyps sind:

  • eine relativ dünnwandige, fein gearbeitete Scherbe

  • eine leicht geschwungene Wandung

  • eine schlichte, funktionale Gestaltung ohne Dekor

  • eine mittelbraune bis graubraune Oberfläche, abhängig vom Brand

Da nur ein Fragment vorliegt, sind die typischen Konturen nur teilweise erhalten, die Form ist jedoch aufgrund der Scherbenqualität und Krümmung eindeutig bestimmbar.

Material

Keramik (fein bis mittelgrob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit Der Typ Niederbieber 111 ist besonders im 2.–3. Jahrhundert n. Chr. verbreitet.

Interpretation

Gefäße des Typs Niederbieber 111 wurden im römischen Alltag als Mehrzweckgefäße genutzt – etwa zum Kochen, Lagern oder Servieren. Sie gehören zu den typischen Keramikformen römischer Siedlungsplätze im Rheinland.

Oelmann, Franz: Die Keramik des Kastells Niederbieber. In: Materialien zur römisch-germanischen Keramik, Bd. 1, Frankfurt a. M. 1914, S. 71. Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg. Zitierlink / DOI: https://doi.org/10.11588/diglit.42906 Letzte Aktualisierung: 24.07.2023


Fund Nr. 27 – Terra‑Nigra‑Fragment

Objektbeschreibung

Fund Nr. 27 ist ein Fragment der römischen Feinkeramikgattung Terra Nigra, einer schwarzglänzenden, fein gearbeiteten Tafelkeramik, die besonders im 1.–2. Jahrhundert n. Chr. verbreitet war. Typische Merkmale, die auch für dieses Fragment gelten:

  • dunkelgraue bis schwarze Scherbenfarbe, durch reduzierenden Brand

  • fein geschlämmte, harte Keramik

  • glatte, leicht glänzende Oberfläche

  • dünnwandige Gefäßstruktur, typisch für Tafelgeschirr

  • eine gekrümmte Wandung, die auf eine Schale oder ein kleines Gefäß schließen lässt

Terra Nigra ist die „schwarze Schwester“ der bekannteren Terra Sigillata und wurde häufig in denselben Werkstätten hergestellt.

Material

Feinkeramik (Terra Nigra).

Datierung

Römische Kaiserzeit Schwerpunkt: 1.–2. Jahrhundert n. Chr.

Interpretation

Terra Nigra wurde als Tafelgeschirr genutzt – Schalen, Teller, kleine Becher. Sie war im Rheinland weit verbreitet und gilt als typisches Fundmaterial römischer Siedlungsplätze. Das Fragment zeigt, dass im Umfeld der Fundstelle hochwertige römische Keramik in Gebrauch war.

Terra Nigra – Wikipedia


Fund Nr. 28 – Deckelfalztopf (Alzei 27)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 28 gehört zu einem römischen Deckelfalztopf des Typs Alzei 27, einer charakteristischen Gefäßform des späten 3. bis 4. Jahrhunderts n. Chr. Typische Merkmale dieses Typs, die auch für das Fragment gelten:

  • kräftige, dickwandige Keramik

  • ein deutlich ausgeprägter Deckelfalz, in dem ein passender Deckel geführt wurde

  • leicht geschwungene Wandung mit stabiler Form

  • eine rau bis mittelgrob gemagerte Scherbenstruktur

  • hell- bis mittelbraune Oberfläche, abhängig vom Brand

Der Typ Alzei 27 ist eine Weiterentwicklung der älteren Niederbieber‑Formen und typisch für spätrömische Haushaltskeramik.

Material

Keramik (mittel- bis grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (4. Jahrhundert n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe des Typs Alzei 27 wurden im römischen Alltag als Koch‑ und Vorratsgefäße genutzt. Die robuste Form und der ausgeprägte Deckelfalz zeigen, dass das Gefäß für intensive Nutzung ausgelegt war — Kochen, Erwärmen, Aufbewahren.

Alzey, Kastell – balismink

Sichelrand – balismink

Unverzagt, Wilhelm: Grundtypen der spätantiken rauwandigen Drehscheibenware aus dem Kastell Alzey. Nach: W. Unverzagt, Die Keramik des Kastells Alzei, Materialien zur römisch-germanischen Keramik 2, Frankfurt a. M. 1916. Digitales Abbild entnommen aus: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland (BaLISminK). Datei: Alzey_Typen_Unverzagt.jpg, letzte Version vom 24.06.2021 . URL: https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php/Datei:Alzey_Typen_Unverzagt.jpg


Fund Nr. 29 – Leistenziegelfragment

Objektbeschreibung

Fund Nr. 29 ist ein Fragment eines römischen Leistenziegels, also eines speziellen Ziegeltyps, der im römischen Bauwesen häufig verwendet wurde. Das Fragment zeigt:

  • eine flache, längliche Form

  • eine deutlich geschichtete, sedimentartige Struktur, typisch für römische Ziegelmassen

  • eine glattere Oberseite und eine körnigere Unterseite, wie sie bei Leistenziegeln üblich ist

  • eine gebrochene Kante, die den ursprünglichen rechteckigen Querschnitt nur noch andeutet

Leistenziegel wurden oft als Wandverkleidung, Auflagersteine, Kantensteine oder Bauelemente im Hypokaustsystem eingesetzt.

Material

Keramik / römischer Ziegel (grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment gehört zu einem Leistenziegel, der in römischen Gebäuden vielfältig eingesetzt wurde — besonders in Heizsystemen, Fußböden, Wänden oder als Konstruktionshilfe. Solche Fragmente sind typische Begleitfunde römischer Architektur im Rheinland.


Fund Nr. 30 – Deckelfalztopf (Alzei 27)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 30 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Alzei 27, einer charakteristischen spätrömischen Gefäßform. Das Stück zeigt:

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe

  • eine deutlich ausgeprägte Falzkante, in der ein Deckel geführt wurde

  • eine leicht geschwungene Wandung

  • eine mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur

  • eine hell- bis mittelbraune Oberfläche, typisch für spätrömische Gebrauchskeramik

Der Typ Alzei 27 ist robust und funktional gestaltet und gehört zu den häufigsten Koch- und Vorratsgefäßen des 3.–4. Jahrhunderts.

Material

Keramik (mittel- bis grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (3./4. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe wie dieser wurden im römischen Alltag zum Kochen, Erwärmen und Aufbewahren genutzt. Die stabile Form und der ausgeprägte Deckelfalz zeigen eine intensive Nutzung im Haushalt.


Fund Nr. 31 – Amphorenhenkel

Objektbeschreibung

Fund Nr. 31 ist ein Fragment eines römischen Amphorenhenkels, also eines Griffstücks eines Transportgefäßes. Das Stück zeichnet sich aus durch:

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe, typisch für Transportamphoren

  • eine gebogene Form, die eindeutig zu einem Henkel gehört

  • eine hell- bis mittelbraune Oberfläche

  • eine kompakte, hart gebrannte Keramikstruktur, geeignet für schwere Lasten

  • eine glatte Außenseite und eine leicht konkave Innenseite, wie bei Amphorenhenkeln üblich

Amphoren dienten dem Transport von Wein, Öl, Fischsauce (Garum) und anderen Gütern im gesamten Römischen Reich.

Material

Keramik (hart gebrannt, Transportware).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment stammt von einer Transportamphore, einem der wichtigsten Behältnisse der römischen Wirtschaft. Der Henkel weist auf ein größeres Gefäß hin, das vermutlich im Handel oder in der Versorgung eines Gutshofes genutzt wurde.

Wirtschaft im Römischen Reich – Wikipedia

Amphore – Wikipedia


Fund Nr. 32 – Rauwandige Keramik (Deckel?)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 32 ist ein Fragment rauwandiger römischer Gebrauchskeramik, möglicherweise Teil eines Deckels oder eines Gefäßoberteils. Das Stück zeigt:

  • eine deutlich rau strukturierte Außenfläche, typisch für grob gemagerte Alltagsware

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe

  • eine leicht gekrümmte Form, die auf einen Deckel oder oberen Gefäßbereich hinweist

  • eine hell- bis mittelbraune Oberfläche

  • eine unregelmäßige Bruchkante, die keine vollständige Form mehr erkennen lässt

Die rauwandige Ware gehört zu den häufigsten Keramikgruppen römischer Siedlungsplätze und wurde für robuste Alltagsgefäße genutzt.

Material

Keramik (grob gemagert, rauwandig).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment stammt vermutlich von einem Deckel oder einem Gefäßoberteil, das im täglichen Gebrauch stand. Rauwandige Keramik wurde bevorzugt für Koch- und Vorratsgefäße verwendet, da sie widerstandsfähig und kostengünstig war.


Fund Nr. 33 – Deckelfalztopf (Alzei 27)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 33 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Alzei 27, einer typischen spätrömischen Gefäßform. Das Fragment zeigt:

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe

  • eine deutlich ausgeprägte Falzkante, in der ein Deckel geführt wurde

  • eine stabile, leicht geschwungene Wandung

  • eine mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur, robust und alltagstauglich

  • eine hell- bis mittelbraune Oberfläche, typisch für spätrömische Gebrauchskeramik

Der Typ Alzei 27 ist funktional gestaltet und gehört zu den häufigsten Koch- und Vorratsgefäßen des 4. Jahrhunderts.

Material

Keramik (mittel- bis grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (4. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe wie dieser wurden im römischen Alltag zum Kochen, Erwärmen und Aufbewahren genutzt. Die robuste Form und der ausgeprägte Deckelfalz zeigen eine intensive Nutzung im Haushalt, besonders in spätrömischen Siedlungen.


Fund Nr. 34 – Deckelfalztopf (Niederbieber 89)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 34 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Niederbieber 89, einer der am weitesten verbreiteten Gefäßformen des 2.–3. Jahrhunderts n. Chr. Das Fragment zeigt:

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe

  • eine deutlich erkennbare Falzkante, in der ein Deckel geführt wurde

  • eine leicht geschwungene Wandung, typisch für diesen Gefäßtyp

  • eine mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur, robust und alltagstauglich

  • eine hell- bis mittelbraune Oberfläche, abhängig von Ton und Brand

Der Typ Niederbieber 89 ist funktional, stabil und in römischen Haushalten äußerst häufig vertreten.

Material

Keramik (mittel- bis grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe wie dieser wurden im römischen Alltag zum Kochen, Erwärmen und Aufbewahren genutzt. Die robuste Form und der ausgeprägte Deckelfalz zeigen eine intensive Nutzung im Haushalt und gehören zu den Standardformen römischer Siedlungsplätze im Rheinland.


Fund Nr. 35 – Deckelfalztopf (Niederbieber 89)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 35 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes des Typs Niederbieber 89, einer der am weitesten verbreiteten Gefäßformen des 2.–3. Jahrhunderts n. Chr. Das Fragment zeigt:

  • eine kräftige, dickwandige Scherbe

  • eine klar erkennbare Falzkante, in der ein Deckel geführt wurde

  • eine leicht geschwungene Wandung, typisch für diesen Gefäßtyp

  • eine mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur, robust und alltagstauglich

  • eine hell- bis mittelbraune Oberfläche, abhängig von Ton und Brand

Der Typ Niederbieber 89 ist funktional, stabil und in römischen Haushalten äußerst häufig vertreten.

Material

Keramik (mittel- bis grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Deckelfalztöpfe wie dieser wurden im römischen Alltag zum Kochen, Erwärmen und Aufbewahren genutzt. Die robuste Form und der ausgeprägte Deckelfalz zeigen eine intensive Nutzung im Haushalt und gehören zu den Standardformen römischer Siedlungsplätze im Rheinland.


Fund Nr. 36 – Ziegelfragment

Objektbeschreibung

Fund Nr. 36 ist ein Fragment eines römischen Ziegels, wie er im Bauwesen der römischen Kaiserzeit weit verbreitet war. Das Stück zeigt:

  • eine flache, kompakte Scherbe

  • eine hell- bis ockerfarbene Oberfläche, typisch für römische Ziegel

  • eine körnige, grob gemagerte Struktur, die auf hohen Sand- und Zuschlagstoffanteil hinweist

  • eine unregelmäßige Bruchkante, die keine ursprüngliche Form mehr erkennen lässt

  • eine schichtartige Materialstruktur, wie sie bei römischen Ziegelmassen häufig vorkommt

Solche Fragmente stammen meist von Dachziegeln (tegulae / imbrices), Bodenplatten, Wandverkleidungen oder Bauelementen von Hypokausten.

Material

Keramik / römischer Ziegel (grob gemagert).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment gehört zu einem Bauelement aus römischer Produktion. Ziegel dieser Art wurden in Wohnbauten, Wirtschaftsgebäuden, Badeanlagen und Heizsystemen eingesetzt und sind typische Begleitfunde römischer Architektur im Rheinland.


Fund Nr. 37 – Glasgefäß (Fragment)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 37 ist ein Fragment eines römischen Glasgefäßes, dessen ursprüngliche Form nicht eindeutig bestimmbar ist. Typische Merkmale, die auch für dieses Stück gelten:

  • dünnwandiges, helles Glas, vermutlich farblos oder leicht grünlich/bläulich

  • eine glatte, fein gearbeitete Oberfläche, typisch für römische Gebrauchs- und Tafelgläser

  • unregelmäßige Bruchkanten, die keine sichere Rekonstruktion der Gefäßform erlauben

  • eine leichte Krümmung, die auf ein Gefäß mit rundem Querschnitt hinweist

  • mögliche Spuren von Alterung oder Verwitterung (Irisierung), wie sie bei römischem Glas häufig auftreten

Römische Glasgefäße wurden mundgeblasen und waren in vielen Haushalten verbreitet.

Material

Glas (römisches Hohlglas).

Datierung

Römische Kaiserzeit (Genauer nicht bestimmbar)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem Hohlglas, vermutlich einem Becher, einer Schale oder einer kleinen Flasche. Römisches Glas war ein alltägliches, aber wertvolles Gut und zeigt die gehobene Ausstattung römischer Haushalte. Die genaue Gefäßform bleibt aufgrund des kleinen Fragments uneindeutig.


Fund Nr. 38 – Terra Sigillata / Weißtonware (Drag. 37)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 38 ist ein Fragment eines römischen Feinkeramikgefäßes, typologisch der Form Dragendorff 37 zuzuordnen. Diese Form gehört zu den häufigsten Schalenformen der Terra Sigillata und ihrer regionalen Varianten (hier: TS/WS Drag. 37). Das Fragment zeigt:

  • eine fein geschlämmte, harte Scherbe

  • eine glatte, gut verarbeitete Oberfläche, typisch für Feinkeramik

  • eine gekrümmte Wandung, die auf eine Schale mit rundem Querschnitt hinweist

  • eine dünnwandige Struktur, charakteristisch für Tafelgeschirr

  • je nach Erhaltungszustand Reste von Glanzton oder heller Engobe

Die Form Drag. 37 ist eine weit verbreitete Schalenform mit leicht ausbiegendem Rand.

Material

Feinkeramik (Terra Sigillata / Weißtonware).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment stammt von einer Tafelgeschirrschale, die im römischen Alltag zum Servieren von Speisen genutzt wurde. Die Form Drag. 37 ist ein Standardtyp römischer Feinkeramik und zeigt die gehobene Ausstattung römischer Haushalte.

AgTigress: Roman pottery samian ware form Dr 37. Simplified profile drawing of form Dragendorff 37 in Gaulish samian ware. 1st–3rd century AD. Eigenes Werk, erstellt am 1. September 2010, hochgeladen am 11. September 2010. Lizenz: CC BY‑SA 3.0 (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen). Quelle: Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Roman_pottery_samian_ware_form_Dr_37.jpg (commons.wikimedia.org in Bing)


Fund Nr. 39 – Knochenfragmente (Horn/Knochen, rezent)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 39 besteht aus kleinen Fragmenten von Horn oder Knochen, die eindeutig rezent sind, also nicht aus römischer Zeit stammen. Die Stücke zeigen:

  • eine poröse, organische Struktur, typisch für Knochenmaterial

  • unregelmäßige Bruchkanten, die auf natürliche Zersetzung oder mechanische Belastung zurückgehen

  • eine hellbeige bis bräunliche Oberfläche, wie sie bei jüngeren Knochen üblich ist

  • keine Anzeichen römischer Bearbeitung (keine Schnittspuren, keine Glättung, keine Werkzeugmarken)

  • keine Formmerkmale, die auf ein bestimmtes Tier oder Objekt schließen lassen

Die Fragmente sind daher als moderne Tierknochen zu bewerten.

Material

Horn/Knochen (rezent).

Datierung

Rezent (nicht römisch)

Interpretation

Die Fragmente stammen von modernen Tieren, vermutlich aus dem Umfeld der Fundstelle. Solche Knochen gelangen häufig durch landwirtschaftliche Nutzung, Bodenbewegungen, Wildtiere oder Verwitterung in den Boden. Ein archäologischer Zusammenhang besteht nicht.


Fund Nr. 41 – Farbig gefasster Wandputz

Objektbeschreibung

Fund Nr. 41 ist ein Fragment römischen Wandputzes, das Reste einer farbigen Fassung trägt. Das Stück zeigt:

  • eine mehrlagige Putzstruktur (Unterputz + feiner Oberputz)

  • deutlich sichtbare Farbreste, meist Rot-, Ocker- oder Weißtöne

  • eine glatte, fein verarbeitete Oberfläche auf der Sichtseite

  • eine rauere Rückseite, die auf den Mauerverband aufgetragen war

  • typische Abplatzungen und Bruchkanten, wie sie bei antikem Putzmaterial häufig vorkommen

Solche Fragmente stammen aus innenräumlichen Wanddekorationen römischer Gebäude.

Material

Kalkputz mit Farbpigmenten.

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment gehört zu einer römischen Wandmalerei oder farbig gefassten Wandfläche. Farbiger Putz war ein typisches Gestaltungselement römischer Wohn- und Wirtschaftsgebäude und zeigt eine gehobene Innenausstattung. Die genaue Motivik ist aufgrund des kleinen Fragments nicht rekonstruierbar.


Fund Nr. 42 – Estrich (opus signinum), 3 Fragmente

Objektbeschreibung

Fund Nr. 42 umfasst drei Fragmente römischen Estrichs, hergestellt in der Technik des opus signinum. Die Stücke zeigen:

  • eine rötliche bis rosafarbene Matrix aus Kalkmörtel

  • deutlich sichtbare Zuschläge aus zerschlagenen Ziegelstückchen (Ziegelsplitt)

  • eine kompakte, sehr harte Struktur, typisch für signinum-Böden

  • glatte Oberflächenreste, die auf eine begehbare Nutzschicht hinweisen

  • unregelmäßige Bruchkanten, die keine vollständige Fläche mehr erkennen lassen

Opus signinum wurde im römischen Bauwesen häufig für Böden, Badeanlagen, Arbeitsräume und wasserfeste Schichten verwendet.

Material

Kalkmörtel mit Ziegelsplitt (opus signinum).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Die Fragmente stammen von einem römischen Estrichboden, der aufgrund seiner Zusammensetzung besonders wasserfest, druckstabil und langlebig war. Solche Böden finden sich in Wohnhäusern, Werkstätten, Speicherbauten und Thermen. Die drei Fragmente belegen die bauliche Ausstattung eines römischen Gebäudes im Umfeld der Fundstelle.

Peter Hess: Rekonstruktion eines römischen Opus signinum im Europäischen Kulturpark Bliesbruck‑Reinheim. Eigenes Werk. Ort der Rekonstruktion: Europäischer Kulturpark Bliesbruck‑Reinheim. Hersteller des Bodens: Peter Hess. Datei: Opus Signinum.JPG. Erstellt am 19. März 2013, hochgeladen am 1. April 2020 . Lizenz: CC BY‑SA 3.0. Quelle: Wikipedia / Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Opus_Signinum.JPG (commons.wikimedia.org in Bing)


Fund Nr. 43 – Estrich (opus signinum)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 43 ist ein Fragment römischen Estrichs, hergestellt in der Technik des opus signinum. Das Stück zeigt:

  • eine rötliche bis rosafarbene Kalkmörtelmatrix

  • deutlich sichtbare Zuschläge aus zerschlagenen Ziegelstückchen (Ziegelsplitt)

  • eine sehr harte, kompakte Struktur, typisch für signinum-Böden

  • glatte Oberflächenreste, die auf eine begehbare Nutzschicht hinweisen

  • unregelmäßige Bruchkanten, die keine ursprüngliche Fläche mehr erkennen lassen

Opus signinum wurde im römischen Bauwesen besonders für Böden, wasserfeste Schichten und technische Installationen genutzt.

Material

Kalkmörtel mit Ziegelsplitt (opus signinum).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment gehört zu einem römischen Estrichboden, der durch seine Zusammensetzung wasserfest, druckstabil und langlebig war. Solche Böden finden sich in Wohnhäusern, Werkstätten, Speicherbauten und Thermen. Der Fund belegt die bauliche Ausstattung eines römischen Gebäudes im Umfeld der Fundstelle.


Fund Nr. 44 – Weißtonware (Gefäßfragment)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 44 ist ein Fragment eines römischen Gefäßes aus Weißtonware (WS), einer hellen, feineren Keramikgattung, die häufig für Tafel- und Gebrauchsgeschirr verwendet wurde. Das Stück zeigt:

  • eine helle, beige bis gelblichweiße Scherbenfarbe, typisch für Weißtonware

  • eine fein geschlämmte, harte Keramikstruktur

  • eine glatte, gut verarbeitete Oberfläche

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein Gefäß mit rundem Querschnitt hinweist

  • eine dünn- bis mittelwandige Ausführung, typisch für WS-Gefäße

Die genaue Gefäßform ist aufgrund des kleinen Fragments nicht sicher bestimmbar, es dürfte jedoch zu einer Schale, einem Becher oder einem kleinen Krug gehört haben.

Material

Keramik (Weißtonware, fein geschlämmt).

Datierung

Römische Kaiserzeit

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Tafel- oder Gebrauchsgeschirr, das im Alltag zum Servieren oder Trinken genutzt wurde. Weißtonware ist im Rheinland weit verbreitet und zeigt eine gehobene, aber alltagstaugliche Ausstattung römischer Haushalte.


Fund Nr. 45 – Niederbieber 111 (RS-Gefäß)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 45 ist ein Fragment eines römischen Gefäßes des Typs Niederbieber 111, einer charakteristischen Form der römischen Gebrauchskeramik. Das Fragment zeigt:

  • eine kräftige, mittel- bis dickwandige Scherbe

  • eine glatte bis leicht raue Oberfläche, typisch für regionale römische Reduktionsware (RS)

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Gefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur, robust und alltagstauglich

  • eine dunkle bis graubraune Färbung, abhängig von Brand und Sauerstoffzufuhr

Der Typ Niederbieber 111 gehört zu den verbreiteten Haushaltsgefäßen des 2.–3. Jahrhunderts.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem Alltagsgefäß, das im römischen Haushalt zum Kochen, Lagern oder Servieren genutzt wurde. Niederbieber 111 ist ein typischer Formtyp römischer Gebrauchskeramik im Rheinland und zeigt die alltägliche Ausstattung einer römischen Siedlung.


Fund Nr. 46 – RS, Niederbieber 104

Objektbeschreibung

Fund Nr. 46 ist ein Fragment eines römischen Gefäßes der Form Niederbieber 104, einer typischen Form der römischen Reduktionsware (RS). Das Fragment weist folgende Merkmale auf:

  • mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und alltagstauglich

  • glatte bis leicht raue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Ware

  • graue bis dunkelgraubraune Färbung, abhängig vom Brand

  • gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Gefäß hinweist

  • mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur, geeignet für Koch- und Vorratsgefäße

Die Form Niederbieber 104 gehört zu den verbreiteten Haushaltsgefäßen des 2.–3. Jahrhunderts.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung )

Interpretation

Das Fragment stammt von einem Alltagsgefäß, das im römischen Haushalt zum Kochen, Lagern oder Servieren genutzt wurde. Niederbieber 104 ist ein Standardtyp römischer Gebrauchskeramik im Rheinland und zeigt die alltägliche Ausstattung einer römischen Siedlung.

Oelmann, Franz: Die Keramik des Kastells Niederbieber. In: Materialien zur römisch‑germanischen Keramik, Bd. 1, Frankfurt a. M. 1914, S. 72, Abb. Fig. 6: Typus 104. Digitalisat der Universitätsbibliothek Heidelberg. Zitierlink / DOI: https://doi.org/10.11588/diglit.42906 Letzte Aktualisierung des Digitalisats: 24.07.2023.


Fund Nr. 47 – RS-Topf, Alzei 28

Objektbeschreibung

Fund Nr. 47 ist ein Fragment eines römischen Topfes der Form Alzei 28, einer typischen Gefäßform der spätrömischen Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und für Kochzwecke geeignet

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • eine leicht geschwungene Wandung, die auf ein mittelgroßes Kochgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Keramikstruktur, die hohe Temperaturwechsel gut verträgt

  • keine Rand- oder Bodenpartien, sodass die genaue Größe nicht rekonstruierbar ist

Die Form Alzei 28 ist im 3.–4. Jahrhundert weit verbreitet und gehört zu den Standardformen spätrömischer Haushaltskeramik.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (3./4. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem spätrömischen Koch- oder Vorratstopf, der im Alltag zum Erhitzen, Kochen oder Aufbewahren genutzt wurde. Alzei 28 ist eine robuste, funktionale Gefäßform und zeigt die kontinuierliche Nutzung römischer Haushaltskeramik bis ins 4. Jahrhundert.

Unverzagt, Wilhelm: Grundtypen der spätantiken rauwandigen Drehscheibenware aus dem Kastell Alzey. Nach: W. Unverzagt, Die Keramik des Kastells Alzei, Materialien zur römisch‑germanischen Keramik 2, Frankfurt a. M. 1916. Digitales Abbild entnommen aus: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland (BaLISminK). Abbildung: Typ 28, Datei Alzey_Typen_Unverzagt.jpg, letzte Version vom 24. 06. 2021. URL: https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php/Datei:Alzey_Typen_Unverzagt.jpg


Fund Nr. 48 – RS-Topf, Niederbieber 104

Objektbeschreibung

Fund Nr. 48 ist ein Fragment eines römischen Topfes der Form Niederbieber 104, einer weit verbreiteten Gefäßform der römischen Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und hitzebeständig

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Koch- oder Vorratsgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für den täglichen Gebrauch

  • keine Rand- oder Bodenpartien, sodass die genaue Gefäßgröße nicht rekonstruierbar ist

Niederbieber 104 ist eine der Standardformen römischer Haushaltskeramik im Rheinland.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Koch- oder Vorratstopf, der im Alltag zum Erhitzen, Kochen oder Lagern genutzt wurde. Die Form Niederbieber 104 ist typisch für römische Siedlungsplätze und zeigt die alltägliche Haushaltsausstattung der Kaiserzeit.


Fund Nr. 49 – RS (Form unbestimmt)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 49 ist ein Fragment römischer Reduktionsware (RS), dessen genaue Gefäßform aufgrund des Erhaltungszustands nicht bestimmbar ist. Das Stück zeigt:

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und alltagstauglich

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für Koch- und Vorratsgefäße

  • gekrümmte Wandung, jedoch ohne charakteristische Merkmale wie Rand, Boden oder Henkel

  • keine diagnostischen Formelemente, weshalb keine Zuordnung zu Niederbieber- oder Alzei-Typen möglich ist

Solche Fragmente sind typische Begleitfunde römischer Siedlungsplätze.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment gehört zu einem römischen Alltagsgefäß, vermutlich einem Topf oder Vorratsgefäß, das im Haushalt zum Kochen, Erhitzen oder Lagern genutzt wurde. Da keine formgebenden Elemente erhalten sind, bleibt die genaue Typzuordnung offen — ein klassischer Fall von „RS, Form unbestimmt“.


Fund Nr. 50 – Deckel, Niederbieber 120

Objektbeschreibung

Fund Nr. 50 ist ein Fragment eines römischen Deckels der Form Niederbieber 120, einer typischen Deckelform der römischen Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und funktional

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • eine leicht gewölbte Deckelfläche, wie sie für Niederbieber 120 charakteristisch ist

  • Reste des Deckelrandes, der in einen Topf- oder Falzrand eingepasst wurde

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für den täglichen Gebrauch

Deckel dieser Form gehören zur Standardausstattung römischer Haushalte und passen zu verschiedenen Topfformen (u. a. NB 89, NB 104).

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Koch- oder Vorratsdeckel, der zum Abdecken, Warmhalten oder Schutz vor Schmutz diente. Die Form Niederbieber 120 ist weit verbreitet und zeigt die funktionale Ausstattung römischer Küchen- und Haushaltsbereiche.


Fund Nr. 51 – RS, Niederbieber 104

Objektbeschreibung

Fund Nr. 51 ist ein Fragment eines römischen Gefäßes der Form Niederbieber 104, einer weit verbreiteten Form der römischen Reduktionsware (RS). Das Fragment weist folgende Merkmale auf:

  • mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und hitzebeständig

  • graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Koch- oder Vorratsgefäß hinweist

  • mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für den täglichen Gebrauch

  • keine diagnostischen Rand- oder Bodenpartien, aber eindeutig dem Formtyp NB 104 zuzuordnen

Niederbieber 104 ist eine der Standardformen römischer Haushaltskeramik im Rheinland.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Koch- oder Vorratsgefäß, das im Alltag zum Erhitzen, Kochen oder Lagern genutzt wurde. Die Form Niederbieber 104 ist typisch für römische Siedlungsplätze und zeigt die alltägliche Haushaltsausstattung der Kaiserzeit.


Fund Nr. 52 – Amphorenhenkel, Dressel 8–12

Objektbeschreibung

Fund Nr. 52 ist ein Henkel einer römischen Amphore, typologisch in den Bereich Dressel 8–12 einzuordnen. Das Fragment zeigt:

  • einen massiven, ovalen bis leicht rechteckigen Querschnitt, typisch für Transportamphoren

  • eine harte, grob gemagerte Scherbe, geeignet für schwere Lasten

  • eine orange bis rotbraune Färbung, typisch für italische und gallische Amphoren

  • kräftige Ansatzstellen, die auf ein großes Transportgefäß schließen lassen

  • keine Reste von Stempelungen oder Tituli picti (falls vorhanden, wären sie diagnostisch)

Die Formen Dressel 8–12 gehören zu den Transportamphoren für Wein, Öl oder Fischsaucen.

Material

Keramik (Transportamphore).

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Der Henkel stammt von einer großen römischen Transportamphore, die für den überregionalen Warenverkehr genutzt wurde. Dressel 8–12 sind typische Amphorentypen des Mittelmeerhandels und belegen:

  • Importgüter

  • wirtschaftliche Vernetzung

  • römische Versorgungssysteme im Rheinland

Der Fund zeigt, dass an der Fundstelle importierte Waren konsumiert oder weiterverteilt wurden.


Fund Nr. 53 – Ziegel mit Mörtel

Objektbeschreibung

Fund Nr. 53 ist ein Fragment eines römischen Ziegels, an dem Reste von Mörtel haften. Das Stück zeigt:

  • eine rötliche bis orangefarbene Scherbe, typisch für römische Ziegelware

  • eine harte, fein- bis mittelgemagerte Struktur

  • deutlich sichtbare Mörtelanhaftungen, die auf den ursprünglichen Einbau in ein Mauerwerk hinweisen

  • eine flache, glatte Ziegelfläche auf der Sichtseite

  • unregelmäßige Bruchkanten, die keine vollständige Form mehr erkennen lassen

Der Mörtelrest zeigt, dass der Ziegel fest verbaut war – vermutlich in einer Wand, einem Boden oder einer technischen Installation.

Material

Ziegel (römische Baukeramik) mit Kalkmörtel.

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt aus einem römischen Mauerwerk oder einer baulichen Struktur. Ziegel mit Mörtel belegen:

  • Bauaktivität

  • römische Bautechnik

  • die Nutzung von Kalkmörtel als Bindemittel

Solche Fragmente sind typische Indikatoren für Gebäude, Heizsysteme, Speicherbauten oder technische Installationen im römischen Siedlungsumfeld.


Fund Nr. 54 – RS-Topf, Niederbieber 104

Objektbeschreibung

Fund Nr. 54 ist ein Fragment eines römischen Topfes der Form Niederbieber 104, einer der häufigsten Formen der römischen Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und hitzebeständig

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Koch- oder Vorratsgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für den täglichen Gebrauch

  • keine Rand- oder Bodenpartien, aber eindeutig dem Formtyp NB 104 zuzuordnen

Niederbieber 104 ist ein Standardtyp römischer Haushaltskeramik im Rheinland.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Koch- oder Vorratstopf, der im Alltag zum Kochen, Erhitzen oder Lagern genutzt wurde. Die Form NB 104 ist typisch für römische Siedlungsplätze und zeigt die alltägliche Haushaltsausstattung der Kaiserzeit.


Fund Nr. 55 – RS-Deckelfalztopf, Niederbieber 89 / Alzei 27

Objektbeschreibung

Fund Nr. 55 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes, typologisch zwischen den Formen Niederbieber 89 und Alzei 27 einzuordnen. Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und für Kochzwecke geeignet

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik (RS)

  • Reste eines Deckelfalzes, der das Aufsetzen eines passenden Deckels ermöglichte

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Kochgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für hohe Temperaturwechsel

Die Form NB 89 ist typisch für das 2./3. Jahrhundert, während Alzei 27 bis ins 4. Jahrhundert weiterverwendet wird — daher die doppelte Datierung.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. bzw. 4. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Kochgefäß mit Deckelfalz, das zum Kochen, Dünsten oder Warmhalten genutzt wurde. Deckelfalztöpfe sind typische Küchengefäße römischer Haushalte und zeigen eine funktionale, gut entwickelte Kochkeramik. Die Zuordnung zu NB 89 / Alzei 27 zeigt, dass die Form über mehrere Jahrhunderte genutzt wurde.


Fund Nr. 56 – (Leisten-)Ziegel

Objektbeschreibung

Fund Nr. 56 ist ein Fragment eines römischen Leisten- oder Formziegels, wie er im römischen Bauwesen häufig verwendet wurde. Das Fragment zeigt:

  • eine rötliche bis orangefarbene Scherbe, typisch für römische Baukeramik

  • eine harte, fein- bis mittelgemagerte Struktur

  • Reste einer Leiste bzw. eines Ansatzes, wie sie an Formziegeln vorkommen

  • eine flache, geglättete Oberfläche auf mindestens einer Seite

  • unregelmäßige Bruchkanten, die keine vollständige Form mehr erkennen lassen

Leisten- oder Formziegel wurden u. a. für Wandverkleidungen, Hypokausten, Dachkonstruktionen oder technische Installationen genutzt.

Material

Ziegel (römische Baukeramik).

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment gehört zu einem römischen Bauziegel, der Teil einer baulichen Struktur war. Leisten- bzw. Formziegel belegen:

  • römische Bautechnik

  • Ausbau- oder Heizsysteme (z. B. Hypokausten)

  • architektonische Gestaltung römischer Gebäude

Der Fund zeigt, dass an der Fundstelle massive römische Baustrukturen vorhanden waren.


Fund Nr. 57 – RS-Topf, Alzei 34

Objektbeschreibung

Fund Nr. 57 ist ein Fragment eines römischen Topfes der Form Alzei 34, einer typischen spätrömischen Gefäßform der Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und für Kochzwecke geeignet

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Koch- oder Vorratsgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, die hohe Temperaturwechsel gut verträgt

  • keine Rand- oder Bodenpartien, aber die Wandkrümmung entspricht klar dem Typ Alzei 34

Die Form Alzei 34 ist im 3.–4. Jahrhundert weit verbreitet und gehört zu den Standardformen spätrömischer Haushaltskeramik.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (3./4. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem spätrömischen Koch- oder Vorratstopf, der im Alltag zum Kochen, Erhitzen oder Lagern genutzt wurde. Alzei 34 zeigt die Weiterentwicklung römischer Kochkeramik in der Spätphase und belegt eine Nutzung bis ins 4. Jahrhundert.


Fund Nr. 58 – RS-Deckelfalztopf, Alzei 27

Objektbeschreibung

Fund Nr. 58 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes der Form Alzei 27, einer typischen spätrömischen Gefäßform der Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und für Kochzwecke geeignet

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • einen klar ausgeprägten Deckelfalz, der das Aufsetzen eines passenden Deckels ermöglichte

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Kochgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, geeignet für hohe Temperaturwechsel

Die Form Alzei 27 ist ein klassischer spätrömischer Deckelfalztopf, der besonders im 4. Jahrhundert weit verbreitet ist.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (4. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem spätrömischen Kochgefäß mit Deckelfalz, das zum Kochen, Dünsten oder Warmhalten genutzt wurde. Deckelfalztöpfe wie Alzei 27 zeigen die Weiterentwicklung römischer Kochkeramik und belegen eine Nutzung bis in die spätrömische Zeit.


Fund Nr. 59 – RS-Deckelfalztopf, Niederbieber 89

Objektbeschreibung

Fund Nr. 59 ist ein Fragment eines römischen Deckelfalztopfes der Form Niederbieber 89, einer klassischen Gefäßform der römischen Reduktionsware (RS). Das Fragment zeigt:

  • eine mittel- bis dickwandige Scherbe, robust und für Kochzwecke geeignet

  • eine graue bis dunkelgraue Oberfläche, typisch für reduzierend gebrannte Keramik

  • einen deutlich ausgeprägten Deckelfalz, der das Aufsetzen eines passenden Deckels ermöglichte

  • eine gekrümmte Wandung, die auf ein mittelgroßes Kochgefäß hinweist

  • eine mittel- bis grob gemagerte Struktur, die hohe Temperaturwechsel gut verträgt

Die Form Niederbieber 89 ist im 2.–3. Jahrhundert weit verbreitet und gehört zu den typischen Kochgefäßen römischer Haushalte.

Material

Keramik (RS – römische Reduktionsware).

Datierung

Römische Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Kochgefäß mit Deckelfalz, das zum Kochen, Dünsten oder Warmhalten genutzt wurde. Deckelfalztöpfe wie NB 89 sind typische Bestandteile römischer Küchen und zeigen die funktionale Weiterentwicklung der Kochkeramik in der Kaiserzeit.


Fund Nr. 60 – TS‑Wandungsfragment

Objektbeschreibung

Fund Nr. 60 ist ein Wandungsfragment von Terra Sigillata (TS), der charakteristischen römischen Feinkeramik mit glänzend rotem Überzug. Das Fragment zeigt:

  • eine feine, gut geläuterte Scherbe, typisch für TS

  • einen glatten, glänzenden roten Überzug (Engobe)

  • eine dünnwandige, leicht gekrümmte Wandung, die auf ein Trink‑ oder Essgefäß hinweist

  • keine Reste von Rand, Boden oder Reliefverzierung

  • die typische orange‑rote bis ziegelrote Färbung der römischen Feinkeramik

Da keine Verzierung oder Randpartie erhalten ist, lässt sich die genaue Form (Becher, Schüssel, Teller) nicht bestimmen.

Material

Feinkeramik (Terra Sigillata).

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Das Fragment stammt von einem römischen Tafelgeschirr, das im Alltag wie auch im gehobenen Haushalt genutzt wurde. Terra Sigillata ist ein Leitfund der römischen Archäologie und belegt:

  • römische Esskultur

  • überregionale Handelsbeziehungen

  • die Präsenz von qualitativ hochwertigem Importgeschirr

Auch kleine Fragmente sind wichtige Indikatoren für römische Siedlungsaktivität.


Fund Nr. 61 – Imbrex-Fragment (Dachziegel), 3 Scherben

Objektbeschreibung

Fund Nr. 61 besteht aus drei Scherben eines römischen Dachziegels (Imbrex), die zueinander passen, aber zusammen nur ein Teilstück eines ursprünglich größeren Imbrex ergeben.

Die Stücke zeigen:

  • halbrund gekrümmte Form eines Imbrex (Deckziegel über den Stoßkanten der Tegulae)

  • eine orange‑ bis rotbraune Scherbe mit teils grauen Bereichen

  • eine fein- bis mittelgemagerte, hart gebrannte Struktur, typisch für römische Dachkeramik

  • Bruchkanten, von denen einige gut aneinander anschließen, andere aber auf weiteren Verlust des ursprünglichen Ziegels hinweisen

  • keine Stempel oder besonderen Oberflächenmerkmale

Es handelt sich also nicht um einen vollständigen Imbrex, sondern um ein größeres Fragment, das sich aus drei passenden Scherben zusammensetzt.

Material

Ziegel (römische Dachkeramik, Imbrex).

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der offiziellen Fundmeldung)

Interpretation

Fund Nr. 61 belegt die Verwendung eines römischen Dachziegels vom Typ Imbrex an der Fundstelle. Imbrex-Ziegel gehören zusammen mit den flachen Tegulae zum klassischen römischen Dachsystem (tegula + imbrex)**.

Die drei zusammenpassenden Scherben zeigen:

  • dass hier kein zufälliger Kleinstbruch, sondern ein größeres, zusammenhängendes Fragment vorliegt

  • dass der Imbrex bereits vor der Bergung stärker fragmentiert war und nur ein Teil des ursprünglichen Ziegels erhalten ist

Im Zusammenspiel mit dem bereits dokumentierten Tegula‑Fund aus der Flur „Im Görgenborn“ ergibt sich ein schlüssiges Bild: Im Kettiger Raum sind sowohl Tegulae als auch Imbrices nachgewiesen – ein starkes Indiz für römische Dachkonstruktionen und damit feste Baustrukturen in der näheren Umgebung.

Tegula und Imbrex – Wikipedia

Immanuel Giel: Beispiel für das Übereinanderlegen von Tegulae und Imbrices – Dachdeckung im römischen Stil, fotografiert im Fishbourne Roman Palace (West Sussex, UK). Eigenes Werk. Datei: Tiles Fishbourne.JPG. Erstellt am 1. Juli 2007, hochgeladen am 17. August 2007 . Lizenz: Gemeinfrei (Public Domain). Quelle: Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tiles_Fishbourne.JPG

Ergänzung: Bezug zum Tegula‑Fund aus der Flur „Im Görgenborn“

Im gleichen Fundbereich – wenn auch zeitlich versetzt geborgen – wurde bereits ein Tegula‑Fragment dokumentiert.

Damit liegen nun beide Elemente des römischen Dachsystems im selben Areal vor:

  • Tegula (flacher Grundziegel)

  • Imbrex (halbrunder Deckziegel, Fund Nr. 61)

Diese Kombination ist archäologisch besonders aussagekräftig, denn sie zeigt:

  • dass im Bereich „Im Görgenborn“ römische Dachdeckung tatsächlich vollständig vertreten ist

  • dass es sich nicht um zufällige Einzelstücke handelt

  • dass hier römische Gebäude oder bauliche Anlagen gestanden haben müssen

Die räumliche Nähe der Funde spricht dafür, dass sich in diesem Bereich römische Bebauung oder ein zugehöriger Wirtschaftshof befunden hat.


Fund Nr. 62 – Estrich (opus signinum)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 62 ist ein Fragment eines römischen Estrichs (opus signinum), also eines Bodenbelags aus Kalkmörtel mit Zuschlägen. Das Stück zeigt typischerweise:

  • eine rötliche bis rosafarbene Matrix, verursacht durch beigemischte Ziegelsplitt‑Partikel

  • eingelagerte kleine Steinchen / Zuschläge in einer festen Mörtelmasse

  • eine relativ glatte, ursprünglich begehbare Oberfläche (heute bruch- und verwitterungsbedingt unregelmäßig)

  • eine unregelmäßige Bruchkante, die erkennen lässt, dass es Teil einer größeren Estrichfläche war

Damit entspricht der Fund genau der Beschreibung in der Liste:

62 Sonstiges – Estrich (opus signinum) – röm. Kaiserzeit

Material

Kalkmörtel mit Ziegelsplitt und Zuschlägen (opus signinum).

Datierung

Römische Kaiserzeit (entspricht der Fundliste)

Interpretation

Opus signinum ist ein römischer Estrichboden, der vor allem in:

  • Innenräumen,

  • Badeanlagen,

  • Wirtschafts- und Funktionsräumen

verwendet wurde.

Fund Nr. 62 belegt damit:

  • das Vorhandensein eines ausgebauten, befestigten Innen- oder Funktionsbodens,

  • und damit eine qualitativ höherwertige römische Baustruktur am Fundort.

In Kombination mit den Ziegel‑ und Dachziegelfragmenten (Imbrex, Tegula) ergibt sich das Bild eines massiv errichteten römischen Gebäudes mit gedecktem Dach und festem Bodenbelag.


Fund Nr. 63 – WS‑Gefäß (Wandscherbe), uneindeutig

Objektbeschreibung

Fund Nr. 63 ist eine Wandscherbe eines Gefäßes aus WS‑Ware (wahrscheinlich weißtonige oder weiß engobierte Keramik). Die Scherbe zeigt:

  • eine helle, beige bis weißliche Scherbe, typisch für WS‑Keramik

  • eine fein gemagerte, gut gebrannte Struktur

  • eine leicht gekrümmte Wandung, die auf ein Gefäß mittlerer Größe hinweist

  • keine Rand‑, Boden‑ oder Henkelpartien

  • keine Verzierung, keine Engobe‑Reste, keine Formmerkmale, die eine sichere Typbestimmung erlauben

Da keine diagnostischen Elemente erhalten sind, bleibt die Gefäßform uneindeutig (Becher? Schüssel? Krug?).

Material

Keramik (WS‑Ware).

Datierung

Uneindeutig (keine sichere zeitliche Einordnung möglich)

Interpretation

WS‑Keramik ist im Rheinland über mehrere Epochen hinweg verbreitet, von der römischen Kaiserzeit bis in das frühe Mittelalter. Da Fund Nr. 63 keine typischen Merkmale trägt, lässt sich:

  • weder die genaue Form,

  • noch die Funktion,

  • noch die zeitliche Einordnung

präzise bestimmen.

Der Fund zeigt lediglich, dass im Fundbereich helltonige Gebrauchskeramik vertreten war — ein Hinweis auf alltägliche Haushaltsnutzung, aber ohne weiterführende Aussagekraft.


Fund Nr. 64 – WS‑Glasgefäß (röm. Kaiserzeit möglich)

Objektbeschreibung

Fund Nr. 64 ist ein Fragment eines dünnwandigen Glasgefäßes, das in der Fundliste als „WS Glasgefäß, römische Kaiserzeit möglich“ geführt wird. Das Fragment zeigt typischerweise:

  • dünnwandiges, helles Glas, meist farblos, leicht grünlich oder bläulich

  • eine glatte, gleichmäßig geschmolzene Oberfläche

  • eine leichte Krümmung, die auf ein Gefäß mittlerer Größe hinweist

  • keine Rand‑ oder Bodenpartien, daher keine sichere Formbestimmung

  • keine Schlieren oder Blasen, die auf spätere Gläser hindeuten würden

Da keine diagnostischen Merkmale erhalten sind, bleibt die Zuordnung vorsichtig: römisch möglich, aber nicht sicher.

Material

Glas (dünnwandig, wahrscheinlich römisch).

Datierung

Römische Kaiserzeit – möglich, aber nicht gesichert (entspricht der Fundliste)

Interpretation

Dünnwandige Glasgefäße waren in der römischen Kaiserzeit weit verbreitet, besonders:

  • Trinkgläser,

  • Schalen,

  • kleine Flaschen oder Fläschchen (z. B. für Öle, Parfüm, Medizin).

Da Fund Nr. 64 keine typischen Formelemente besitzt, lässt sich:

  • weder die Gefäßform,

  • noch die Funktion,

  • noch die zeitliche Einordnung

zweifelsfrei bestimmen.

Die Fundliste stuft es daher korrekt als „römisch möglich“ ein. Der Fund zeigt jedoch, dass im Fundbereich feinere Haushaltsobjekte aus Glas vertreten waren — ein Hinweis auf gehobenen Alltagsgebrauch oder Handelskontakte.

Wolfgang Sauber: Verschiedene Farbschattierungen antiker römischer Glasflaschen. Eigenes Werk, aufgenommen im Archäologischen Museum Aquileia. Datei: MANA – Glas 5.jpg. Erstellt am 20. April 2011, hochgeladen am 17. Mai 2011 . Lizenz: CC BY‑SA 3.0 (Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen) . Quelle: Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15231883 (commons.wikimedia.org in Bing)


Villa Rustica durch KI in Originalfoto vom Görgenborn eingefügt