Maschinen von anno Tobak
Mechanischer Kartoffelernter – Pferdegezogene Grabmaschine
Datierung: ca. frühes bis mittleres 20. Jahrhundert
Material: Eisen, Stahl, teils genietet und geschweißt
Zustand: starke Korrosion, Gebrauchsspuren, originaler Aufbau erhalten
Gestaltung und Funktion
Der Kartoffelernter besteht aus einem robusten Metallrahmen mit großen Speichenrädern, einem zentralen Grabscharmechanismus und mehreren gebogenen Zinken oder Rüttelarmen, die die Erde lockern und die Kartoffeln an die Oberfläche befördern.
Das Gerät wurde pferdegezogen und diente der mechanischen Ernte von Kartoffeln auf kleinen bis mittleren Feldern. Die Konstruktion erlaubt eine gleichmäßige Tiefenführung und eine schonende Freilegung der Knollen.
Kulturelle Einordnung
Solche Geräte waren typisch für die bäuerliche Landwirtschaft vor der Motorisierung. Sie ersetzten die reine Handarbeit mit Grabgabel oder Spaten und ermöglichten eine effizientere Ernte, besonders in Regionen mit schweren Böden.
Im Dialekt nannte man sie oft „Grubber“, „Kartoffelzieher“, „Rappelmaschin“, „Kartoffelschlicker“ oder „Erdäpfelernter“.
Als museales Objekt dokumentiert der Kartoffelernter den Übergang von Handarbeit zu Mechanisierung, die Rolle des Pferdes als Zugtier und die Technikgeschichte des bäuerlichen Alltags. Er erzählt von Erntezeiten, Familienarbeit und der mühsamen, aber gemeinschaftlichen Arbeit auf dem Feld.
Handpflug – „Plooch“
Datierung: ca. frühes bis mittleres 20. Jahrhundert
Material: Eisen, Stahl, Holz (teils ersetzt oder ergänzt)
Zustand: starke Korrosion, originaler Aufbau erhalten, Gebrauchsspuren sichtbar
Gestaltung und Funktion
Der Pflug besteht aus einem stabilen Metallrahmen mit zwei Handgriffen, einem einzelnen Laufrad zur Führung und einem Pflugkörper mit Schar, der die Erde aufreißt und wendet.
Dieses Modell wurde manuell geführt, meist in Kombination mit einem Zugtier (Pferd oder Ochse). Der Pflug diente zur Bodenbearbeitung vor der Aussaat, insbesondere zum Aufbrechen und Wenden der oberen Erdschicht.
Kulturelle Einordnung
Solche Geräte waren bis zur Motorisierung der Landwirtschaft weit verbreitet. Sie stehen für eine bäuerliche Arbeitsweise, die auf Kraft, Erfahrung und Rhythmus beruhte.
Im Dialekt wurde der Pflug oft als „Plooch“ oder „Pflüch“ bezeichnet – ein zentrales Werkzeug im bäuerlichen Wortschatz.
Als museales Objekt dokumentiert der Handpflug den Übergang von Handarbeit zu Mechanisierung, die Rolle des Menschen als Führer des Geräts und die körperliche Dimension der Feldarbeit. Er erzählt von Saatvorbereitung, Jahreszeiten und der engen Verbindung zwischen Mensch, Tier und Boden.
Holzegge
– Landwirtschaftliches Bodenbearbeitungsgerät, heute dekorativ genutzt
Datierung: spätes 19. bis frühes 20. Jahrhundert
Material: überwiegend Holz; eiserne Beschläge und Verbindungselemente
Zustand: stabile Grundstruktur, deutliche Gebrauchsspuren; dekorativ aufgehängt
Gestaltung und ursprüngliche Funktion
Diese Egge besteht fast vollständig aus Holz, einschließlich des rechteckigen Rahmens und der zahlreichen Holzzinken, die in den Boden griffen. Holzeggen dieser Art wurden nach dem Pflügen über das Feld gezogen, um Erdklumpen zu zerkleinern, die Oberfläche zu glätten und Saatgut einzuarbeiten.
Da die Zinken aus Holz gefertigt waren, mussten sie regelmäßig erneuert werden. Sie nutzten sich durch Steine, Wurzeln und harte Böden schnell ab. Die Konstruktion war bewusst einfach gehalten, damit Reparaturen direkt auf dem Hof durchgeführt werden konnten.
Kulturelle Einordnung
Holzeggen gehören zu den ältesten Bodenbearbeitungsgeräten der bäuerlichen Landwirtschaft. Sie stehen für eine Arbeitsweise, die auf Handwerk, Erfahrung und Materialkenntnis beruhte.
Im Dialekt wurde eine solche Egge oft „Ägg“, "Ääsch", „Holzegge“, „Schleifegge“ oder „Zinkegge“ genannt.
Die heutige Nutzung als Deckeninstallation zeigt die Wertschätzung ländlicher Alltagskultur und die ästhetische Umdeutung eines ehemals rein funktionalen Werkzeugs. Sie verbindet Erinnerung, Handwerk und Gestaltung in einem Objekt.