Arno begann in den 1970er Jahren seine Lehre bei der Rhein-Zeitung in Koblenz. Wie fast alle Jugendlichen damals hatte er ein Mofa – meistens war's eine Herkules – und natürlich war auch seine „Mühle“ ein bisschen frisiert. Nichts Dramatisches, aber eben auch nichts ganz Legales.
Eines Abends, nach Feierabend, tuckerte Arno gemütlich Richtung Heimat. Die Straßen waren ruhig, der Motor brummte zufrieden – bis plötzlich ein Motorradpolizist aus Koblenz hinter ihm auftauchte und ihn rauswinkte.
Der Polizist stieg ab, musterte Arnos Mofa und sagte im breitesten Kowelenzer Tonfall:
„Na Jüngelchen… wat han mer dann he? Häs du ebbes an dä Kischd jeändert?“
Arno schluckte, setzte sein unschuldigstes Gesicht auf und meinte:
„Nee, Herr Schutzmann… ich hann nix jemaacht.“
Der Polizist grinste nur.
„Dann schaue mer uns dat ens aan…“
Es dauerte keine Minute, da kniete er schon am Mofa, zählte die Zähne des Antriebsritzels – und wusste sofort Bescheid.
„Aha. Dat muss raus. Un zwar jetz.“
Arno hob hilflos die Hände:
„Ich hann aver keen Wergzeuch…“
Der Polizist tippte sich an die Stirn.
„Ich awwer.“
Er ging zu seiner Polizei-BMW und holte einen kompletten Werkzeugsatz hervor.
Arno versuchte es noch einmal:
„Un ich hann ken Ahnung dovon…“
Der Polizist lachte.
„Kein Problem, Jüngelchen. Ich mach dat für dich.“
Und tatsächlich – in Nullkommanichts hatte er das Ritzel ausgebaut. Dann richtete er sich auf, wischte sich die Hände ab und sagte streng, aber nicht unfreundlich:
„Un morje zeischde dei Maschin uff dä nächste Polizeistation – mit dem richtige Ritzel. Häs mich verstanne. Oder?“
Arno nickte kleinlaut:
„Jo… un wie kümm ich jetz hem?“
Der Polizist zuckte nur mit den Schultern.
„Tja… dat is dann dein Problem.“
Und so schob Arno sein Mofa den ganzen restlichen Weg Richtung Heimat nach Kettsch. Schritt für Schritt, Meter für Meter, Fluch für Fluch.
Denn wie man so schön sagt:
Wer sing Moped liebt der schiebt.